Feldgeschworene in Denkershausen

hatten innerhalb der Gemeindegrenzen auf die Einhaltung der Flächengrenzen zu achten. Dieses Ehrenamt hatte behördlichen Charakter und unterlag einem strengen Codex.

Eine Besonderheit der Feldgeschworenen ist ihr „Siebenergeheimnis“. Mit geheimen Zeichen und Markierungen wird hiermit der Punkt des zu setzenden Grenzsteines gekennzeichnet. Die geheimen Daten sind von Kommune zu Kommune unterschiedlich und werden nur mündlich an den Nachfolger weitergegeben. Die Feldgeschworenen wurden von Anfang an darauf vereidigt und blieben Feldgeschworene ihr Leben lang oder solange es ihre Gesundheit zuließ. Dies gilt auch heute noch. In einer Dienstordnung aus dem Jahre 1868 heißt es hierzu:

„Die Wahl der zum Belegen der Grenzsteine zu verwendenden Gegenstände ist dem Ermessen der Feldgeschworenen anheim gegeben, welche hierüber das strengste Stillschweigen zu beobachten haben. Gemäß dem abgelegten Eid haben sie das Geheimnis lebenslang zu bewahren.“


Leider ist kein Datum aus der Urkunde erkenntlich und so kann nur vermutet werden, die Ernennung des Herrn Bode fand evtl. in der 2. Hälfte des 19. Jhds. statt:

Mehr Infos

Ernennungsurkunde - ohne Datum -

 

             Feldgeschworenen - Eid

Ihr sollet pp (aus et cetera pp = und so weiter……)
daß, da ihr zum Feldgeschworenen über
das Dorf Denkershausen bestellt worden,
ihr sothanem (solchem) Amte getreu und ehrlich
vorstehen,-
euch eines ehrlichen Wandels befleißigen,
das was auch zu wardiren (prüfen, bewerten) oder zu
vermessen  wird aufgegeben wer-
den, ohne einzige Nebenabsicht ver-
richten, und jederzeit nach  eurem be-
sten Wissen und Gewissen, keinem
zu Liebe noch zu Leide, noch wegen
Gabe, Geschenk, Nutzen, Gunst, Haß,
Freundschaft, Feindschaft, Furcht oder
anderes, das Menschen Sinne erdenken
mögen, sondern allein zur Beförde-
rung dessen was Recht ist, verfahren,
so viel ihr dessen ermesset, wisset
und begreifet, darüber die unver-
fälschte reine Wahrheit sagen,
auf die in den Feldern Wiesen
                                        und
 

und Gärten in und außerhalb des euch
zur Aufsicht anvertrauten Dorfes vor-
fallenden Wrugen (1) und straffällige
Handlungen fleißig achten, auch auf
die Feldsteine und deren Richtigkeit flei-
ßig Acht haben,-
was dawider läuft dem auch vorge-
setzten Gemeinde - Vorstande oder dem
Obervoigte zur Anzeige zu bringen,
diesem und dem Amte schuldigen Fol-
ge leisten und überhaupt auch also be-
zeugen wollet, wie es einem
rechtlichen Feldgeschworenen wohl
anstehet eignet und gebühret.
Alles so wahr pp

Wrugen: Vom Amts wegen auf die
Erfüllung der gesetzlichen Vorschriften achten

 

Quelle: http://www.koeblergerhard.de/wikiling/node/513454