Der Hof Ludolph - vormals Otte

ist eigentlich schon lange kein Hof mehr, sondern ein ansehnliches Gebäudeensemble geworden.
Da gehen ein zeitgemäßer Wohncharakter mit Denkmalschutz einher. Umfangreiche Sanierungen 1986/87 und 2014 waren allerdings notwendig, um dieses schöne Anwesen zu erhalten.

Bedauerlich ist, als es bei nur einem Eigentümerwechsel aus den letzten 150 Jahren  des Anwesens keine Dokumente aus früherer Zeit gibt. Keine Pläne, Skizzen oder gar Bauzeichnungen. Aus der Bauweise kann aber erkannt werden, es wurden immer mal Veränderungen an der Bausubstanz vorgenommen. Damit kann sich die Wiedergabe nur auf kleine Schnipsel aus anderen Quellen beschränken.

Was haben wir?

Eine maschinengeschriebene Erfassung aller Besitzverhältnisse des Hauses Nr. 20.
Quelle: Stadtarchiv der Stadt Northeim – vermutlich um 1910, oder auch nach 1920 angefertigt. Vermutlich von einem unbekannten früheren Chronisten.

 

 

Damit ist klar, das Haus ist wesentlich älter als vermutlich immer angenommen. Welche Höhen und Tiefen es in diesen rd. 360 Jahren genommen hat ist nicht überliefert.
Der letzte Erwerber im Jahr 1855 war dann ein Otte und blieb über Generationen rd. 130 Jahre im Familienbesitz.
Alle früheren Besitzer haben es mehr oder weniger immer nur über eine Generation gehalten.

Das Niedersächsisches Landesarchiv Hannover führt unter Mikrofiche 330  # 241 das Anwesen erstmals im Jahre 1838 für die Brandkasse als Hausnummer 89 und dem Besitzer A. Otte auf.
Benannt werden Haus, Hof mit Stallung.
Im Jahre 1841 wird aufdem gleichen Mikrofiche ein „Andre Ludolph“ mit „Haus, Scheune, Stallung erwähnt, aber mit einem anderen Grundstück. Diese Namensdoublette zur heutigen Eigentümerin ist aber zufällig einzuordnen und stellt absolut keine Verbindung zur heutigen Besitzerin her.

 

Aus einer "Seelenzählung"

Die Einwohner von 1852

Zusammengestellt von Dr. Alfred Dieck, Göttingen

"Seelenzählung vom 3. Dezember 1852

in der Reihenfolge der Häuser

darunter werden erstmals benannt:

 

HausNr 20

Musikus

August Otte (Atto od. Otto)

31

Ehefrau

Elisab. Atte?

24

Vater+Musikus

Friedrich Ootto?

60


D.h. in der dritten Generation gab es einen weiteren August Otto

* 24. April 1893  † 27. Febr. 1972
früher: Denkershausen Haus-Nr. 20
und heutiger Namensgeber der

Bürgermeister-August.-Otte-Strasse

Die Ehe mit Luise Otte geb. Rieke (vermutlich Göttingen) blieb kinderlos und damit stand das Anwesen 1985 zum Verkauf.
Letzte und heutige Besitzerin ist Evelin Ludolph.

Neben der Landwirtschaft als Haupterwerb war also die Musik ein weiterer Erwerbszweig über Generationen hinweg. Oder auch umgekehrt.

Weitere Themen siehe echte Spalte.

Aus einer anderen Akte ist ein Grundbesitz von 15 Morgen bekannt. Also eine bewirtschaftete Fläche, die kaum zum alleinigen Lebensunterhalt einer Familie ausreichend gewesen könnte.

Es wird verschiedentlich vom Kötner gesprochen, also kleine Landwirte. Siehe dazu aber mehr
http://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6tner

 




Männergesangverein

Aus der Verkoppelungsakte von 1909

Hausansichten im Zeitenwandel

Eigentlich steht bei diesem Bild die
Hochzeitsgesellschaft im Vordergrund.
Aber der Blick auf den Hintergrund ist entscheidend.
Beachtenswert ist der Walnussbaum zwischen Wohnhaus und Garage, rechts und dürfte bereits geschätzte 10 Jahre dort stehen.
Mittlerweile ist er so etwas ein ein Problem-Baum geworden. Steht aber hoffentlich noch weitere Generationen.

Zur Hochzeitsgesellschaft: Es heiratete Irma Wehrmann, verh. Peters im Januar 1946

 

Zeigt den Zustand zum Zeitpunkt Kaufes 1985

 

Gewinner des Fassadenwettbewerbes 1987

 

Im Jahr 2014

 

 

Edgar Otte, ein Neffe von August Otte berichtet über seine Zeit in Denkershausen

Die Ehe August Ottes blieb kinderlos und damit freute man sich an anderen Kindern aus der eigenen Verwandschaft.

Ein heute noch lebender Neffe und einziger Zeitzeuge innerhalb des Clans erinnert sich für die Dorfchronik und gab uns folgende Geschichten zur Kenntnis.