Jahr 1840

Im Jahr 1840 erfolgte die zweite Übergabe - siehe Generationen -
von Johann, Heinrich Wehrmann ( der am 18. Dezember 1843 verstarb) an
Johann, Diedrich, Philipp * 4. August 1817 im Alter von 23 Jahren.


 
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Siegel                                                          (Stempel)
                                                                                          Stempel-Taxe
                                                                                         6 Gute Groschen

Geschehen Northeim wegen des
   Amts- Brunstein vom 11. April
                          1840

 

erschienen am heutigen Tage vor
dem unterschriebenen Beamten
von Brunstein
der Schulze Heinrich Wehrmann
      aus Denkershausen
dessen Ehefrau Christina Wehr-
      mann geborne Fröhlich
Philipp Wehrmann, Sohn des
sub. No. 1 genannten und gaben
folgenden wohl überlegten
Hofübergabe – Contract, mit
der Bitte denselben zu bestäti-
gen, zu Protocoll.
                       § 1
Der Schulze Wehrmann übertrage
seinem ältesten Sohn Philipp
Wehrmann die ihm eigenthüm-
lich zugehörige in Denkershau-
sen zwischen Ludwig Wedekinds
                                               Woh=

 

 

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Siegel                                                       Siegel

Wohnung in der Osterbornstra-
ßebelegene Erbkothstellemit
allen Rechten und Gerechtigkei-
ten und sämmtlicher dazuge-
höriger Länderei. Der Hofüberge-
ber behalte sich bis zu seinem
Tode die Herrschaft bevor.

               § 2

 Nach dem Tode des Hofüberge-
bers, solle die Mutter des Hof-
annehmers, falls sie dann noch
lebe folgende Leibzucht erhal-
ten, als
freie Wohnung, freies Licht
und Holz / Mitbenutzung der
Wohnstube, eine Kammer
unten im Hause und eine Kam-
mer oben im Hause zur alleini-
gen Benutzung /
den dritten Theil der aus
dem Garten bei dem Hause
zu ziehenden Obstes.
Die Benutzung des dritten
Theils des zum Hause gehörigen
Grabelandes.

                                   4.)



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4.      jährlich einen Himpten (1) Leinsaamen
frei auszusähen

5.      jährlich müssten ihr 30 Ruthen ( 2)
Kartoffeln Land frei geackert
und gedüngt werden.

6.      die Hälfte der Milch von einer
Kuh

7.      Stallung für ein Ferkel

8.      zwei Malter ( 3) Roggen, jährlich

9.      einen Himpten Weizen jährlich

10.  10.)ein Pfund Wolle , jährlich

11.  die freie Benutzung des sämmt-
lichen Hausgeräths.
                             § 3

Ferner verpflichtet sich der Hofan-
nehmer seinen 4 Geschwistern
folgende Abfindungen zu lei-
sten
I, seiner Schwester Johanne Wehr-
   mann
a. Hundert und dreißig Tha-
ler Courant
b. eine Zuchtkuh
c. ein bereitetes Bette
d. einen Speiseschrank
e. einen Koffer.
       II, seiner Schwester Louise Wehrmann
       eben dieselben Gegenstände
                                                               wie

 

 

( 1):  Ein Himpten (auch Himten) ist ein bis zur Mitte des
19. Jahrhunderts   gebräuchliches Hohlraummaß für Getreide.
 Er entsprach meist einem halben Scheffel, also ca. 30 Liter.

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Himpten

 

( 2):  Eine Ruthe oder Rute ist eigentlich ein Längenmaß,
gemeint ist hier sicher die Quadratruthe. Um 1840 waren
im Königreich Hannover eine Quadratruthe ca. 22 Quadratmeter,
demnach sind 30 Quadratruthen ca. 655 Quadratmeter.

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Morgen

( 3): Ein Malter  ist ein Getreidehohlmaß und konnte regional eine
sehr unterschiedliche Größe haben, auch die Getreideart konnte
Einfluß auf die Größe des Malters haben

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Malter



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Stempel

 

 wie der Schwester Johanne
III seinen Bruder Wilhelm
   Wehrmann
Hundert und dreißig Tha-
ler Courant
Wenn dieser ein Hanwerk
 muß der Bruder ihn
während der Lehrzeit frei in der Klei-
dung unterhalten.
IV seinen Bruder Heinrich Wehr-
   mann
Hundert und dreißig Tha-
ler Courant
muß der Hofannehmer die-
sen bis zu seiner Confirma-
tion in seinem Hause behal-
ten und Schul- und Confirma-
tions- Geld für denselben be-
zahlen, auch während dessen
etwaigen Lehrzeit in Kleidung
erhalten.
            Sollten die beiden Brüder den
      Hofannehmer während ihrer
      Lehrzeit auf einige Tage be-
      suchen, so kann er ihnen da-

                                                      für

 



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für nichts anrechnen.
   Die erwähnten Abfindungen
sind den Schwestern bei ihrer
Verheiratung, den Brüdern
ist zu ihrem Lehrgelde das
Nöthige vorzustrecken und dann
der Rest der Abfindungssum-
me auszuzahlen, wenn sie voll-
jährig geworden sind.
Sollte eines der Geschwistern des
Hofannehmers schwächlich sein und
unverheirathet bleiben, so soll
der Hofannehmer dieses bis zu
seinem Tode bei sich behalten
und gehörig alimentiren, wo-
gegen bei dessen Tode denn
auch der demselben bestimmte
Abfindungstheil ihm (dem
Hofannehmer) verbleiben solle.
                          § 4

 

Alle auf der Kothstelle ruhenden
hypothecarischen Schulden über-
nimmt der Hofannehmer ohne
alle Ausnahme, wogegen ihm
dann auch Pferde, Kühe, Früchte
                                          al-



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lein zufallen. Das beim Tode
des Hofübergebers vorhandene
Flachs und Leinen wird
aber unter die Kinder zu
gleichen Theilen vertheilt.
      Contrahenten entsagen allen
diesem Contracte zuwiderste-
henden Einreden ohne alle
Ausnahme, namentlich der
Einrede, daß eine allgemeine
Verzichtleistung nicht gelte,
dem nicht ein specieller vorher-
gegangen sei.

      Vorgelesen und genehmigt

      Geschehen wie oben
                        In fidem

             Unterschrift (unleserlich)

Zu dem in dem vorstehenden Pro-
tocolle enthaltenen Hofüber-
gabe – Contracte wird, unter
Vorbehalt der Rechte eines je-
den Dritten, die nachgesuch-

                                               te

 



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te amtliche Genehmigung ertheilt.

 

Amt Brunstein den 14. Juny 1840

 

(Stempel)            Unterschrift (unleserlich) Dr.

Amt Brunstein



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Hof – Uebergabe

     Contract

          für

Philipp Wehr-

        mann

           zu

Denkershau-

          sen

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                          (die kursiven Teile sind unsicher)
                                         pro Aufn.               
2 rth
                                         pro Stpl.                           8 ggl
                                        
pro Copl.                          4
                                   --------------------------------------------------

                                     No 55.                         2 rth   12 ggl
                                                                     zus.    
                                                                 
vom 27. Jun. 40          4 “   
                                               -----------------------------------------

                                                               =       2 rth    16 ggl
                                       
Am 30. Juni 40 empfangen

 

                                                       (Unterschrift)  Affranz