Haus des Scharfrichters und Abdeckerei

Im Jahre 1607 wird erstmalig dieses Anwesen erwähnt. > ansehen - unter Pos. 17.  Es lag etwas Abseits vom Ortskern, schon der Gerüche wegen und seiner Bewohner. Der Beruf des Scharfrichters/Abdeckers galt als unehrlich und hatte damit nicht die gesellschaftliche Akzeptanz.

Hierzu gibt es zwei Überlieferungen.

Überlieferung eins.

Am 21. Januar 1607 hatte der Scharfrichter Siemon zwei Todesurteile in Zellerfeld/Harz zu vollstrecken.
Daraus entwickelte sich ein Fiasko und am Ende gab es 7 Tote. > mehr lesen

Überlieferung zwei.

Bemerkenswert ist der Altaraufsatz in der kleinen Kirche; er
stammt aus dem Jahre 1712. Die Schenkungsurkunde lautet: „Johann
Wilhelm Goepel und Johann Georg Goepel als Gebrüder Nach-
richter des Fürstentums Göttingen haben zu Gottes Ehren diesen
Altar gegeben. Anno 1712. Meister Lehnhard Albrecht Nickel aus
Grona“

In Denkershausen war seit alter Zeit eine Abdeckerei für das Amt Brunstein. Nach dem Lagerbiuche des Amtes Brunstein von 1666/67 zahlte der Meister Erich Görtler, der Nachrichter oder Scharfrichter von Brunstein war, 20 Taler an das Amt. Der Beruf des Scharfrichters und Abdeckers galt als unehrlich. Die Abdeckerei lag deshalb abseits vom Dorfe (2) oberhalb des Teiches. Die Hinrichtungen auf dem Galgenbusche, zu dem er Armesünderweg führte, hatte der Nachrichter aus Denkershausen auszuführen. Jedenfalls haben die Stifter des Altarausatzes in dieser Abdeckerei ihre Ausbildung genossen und sind dann durch ihren Beruf zu Wohlstandgelangt, daß sie ein solches Geschenk an die Kirche ihres Heimatdorfes
geben konnten.

Meister Görtler, oder auch Nachrichter wird 1689 in einem "Einwohnerbuch" mit Frau und drei Kindern erwähnt. > lesen

Eine weitere Eintragung findet sich unter Hanß Henrich Gürtler > lesen

Quelle: Heimatbuch des Kreises Northeim - 1924 - Heinrich Weigand - Seite: 258