Klage der Gemeinde Denkershausen ./. Closter Wiebrechtshausen - Thema: Dienstleistungen und Leseholz - Teil I

Im vorliegendem Fall ging es wohl um eine Klage beim Königl. Amt Brunstein des Klosters Wiebrechtshausen gegen die Gemeinde Denkershausen, als es nicht mehr geduldet werden sollte, dass die Denkershäuser Brennholz im Mandelbecker Forst/Dünenberg sammeln sollten. Siehe dazu auch Teil II von 1783

Es ist wohl altersher so gewesen, als am Mandelbeck/Dünenberg Leseholz gesammelte werden durfte, sofern man sich dafür als Dienstleister verpflichtete. Falls nein, war auch eine Entgeltung von 4 rth 12 gr vorgesehen.
Strittig blieb die Frage für wieviel Tage man bei den erwähnten vier Rechsthalern arbeiten musste.
Gleichfalls spielte auch die Verköstigung während des Arbeitseinsatzes eine Rolle.

Die zitierten Schreiben vom 20. März und 28. Jan. 1778 waren im Archivbestand nicht zu finden.
Die hätte ggfs. eine deutlichere Einschätzung geben können.

Es wurden in jener Zeit mehrfach Klagen über ähnliche Fälle angestrengt, die zu diesem Zeitpunkt vom König abgestellt wurden. Dennoch wurde die Klage bis 1786 weiter geführt!

 

 

Der Text ist nicht ganz einfach zu lesen. viele lateinische Begriffe wurden eingebracht. Aber es ist kein Lateiner unter uns. Damit müssen wir es so stehen lassen.

Hier einige wenige Deutungen die nicht richtig sein müssen:

Supplication: Bittender, Eingeber einer Bittschrift;

Imploranten: "sie flehen an", also Bittsteller

Imploraten:  anflehen, beschwöre, klagen, anrufen. Also hier Kläger.

Es folgen noch weitere Dokumente zu diesem Thema.

 

 

 

30. April 1778 - Teil I

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d. 30. April 1778
justificatio SupplicationisAn
cum petitio(1) ?humilitatis?Königl. Amt Brunstein
von Seiten
der Gemeinde Denckers-Es werden Formalia der
hausen, Imploratenwieder den Bescheid von
28ten Jan. d.J. eingeleg-
wiederten Supplication damit
das Closter Wiebrechts-hat ordnungsmäßige Rich-
hausen, Imploranten    p2tigkeit erhalten, daß die
Rechtfertigung derselben
in ptobinnen der durch den
prät. Dienstesjüngsten Bescheid von
20ten d.M. prorogirten
Frist hirmit ad acta
eingereichet wird.
In Ansehung der materia-
lien hält sich Implorati-
sche Gemeinde unter aus-
drücklichen Vorbehalt richter-
lichen respects beschwehrt,
daß ihr durch erst gedach-
ten Bescheid zu
erweisen auferlegt wor-
den.
Wie sie den, dem
Implorantischen
Closter vor einigen
Jahren geleisteten
Dienst blos deswe-
gen geleistet, daß
ihnen verstattet,
in der Closterlichen
Forst Lese Holtz zu
samlen, oder zu ge-
(1) Begründung od. Angriff, Ersuchen
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wärtigen, daß sie
wiedrigenfals zu
der Ableistung des
Dienstes, und das
auf 4 rth 12 gr berech-
neten, durch das
letzte Außenbleiben
causirte Tage Lohn
angehalten werden
solle.
Es hat zwar die Implora-
tische Gemeinde nach den
Protocollo von 27ten Sept.
v.J. nicht in Ab-
rede gestellet, daß sie
ehedem an das Imploran-
tische Closter gedienet habe.
So sehr aber auch sothanes
Geständnis in dem Implo-
rantischen Schreiben vom
22ten Jan. d.J. accepti-
ret und exaggeriret wor-
den, so wenig ist hingegen
1)  die dringende Ver-
muthung der Verbin-
dung des Dienstes mit
der Samlung des Lese
Holtzes in der Closterlichen
Forst, welche Imploratorische
Gemeinde des oneris p??
bandi überhebet, reme??
viret worden, ----------------
-----------------------------------
-----------------------------------
-----------------------------------
2)  hat Imploratorische Ge-
meinde testam
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protocollo nur einen Tag ge-
dient zu haben ---------------
eingeräumet, solches aber
von der Gegenseite nicht
mahl wiedersprochen
viel weniger anders dar-
gethan worden, und
p: 63)  ist augenfällig, wie
fehlerhaft die Berechnung
des repetirten Tage Lohns
gemacht worden, daß
mithin also ------------------
------------------     Implora-
ten als ergangene Erkennt-
nis nicht zu gewärtigen
gehabt haben.
Ad 1.)  Die für die Ver-
bindung des Dienstes mit
der Samlung des Lese Hol-
zes in der Closter Forst,
militirende Vermuthung
betreffend, so läßet sich
a.)  ein solcher Dienst, der von
einer Dorfschaft nicht
p: 7ihrem Herrn, sondern
einem tertio geleistet
wird, aus dem allgemei-
nen Grunde, woraus
die opera rusticorum
entsprungen sind, nicht
herleiten, sondern die
Entstehung eines solchen
Dienstes sich nicht wohl
anders, als aus einer
hine inde geschehenen
Verwilligung dencken.
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Da nun
b.)  in substrato außer
Wiederspruch ist, daß Im-
plorantisches Closter den
p:8Dienst, hingegen Implora-
tische Gemeinde --- in
der Closterlichen Forst
das Lese Holtz erhalten
c.)  bey dem erfolgten Ver-
both der Samlung des Le-
se Holtzes die Implorati-
sche Gemeinde den fer-
nern Dienst verwei-
gert und nicht mehr ge-
leistet, auch
d.)  das Implorantische
Closter dabey so gerau-
me Jahre acquisieret,
und ed ipso die Verbin-
dung des einen mit dem
p:9andern und daß bey ces-
sirender Samlung des Le-
se Holtzes auch der fernere
Dienst cessire, selbst ag-
noseiret und anerkannt
habe, so ist nichts gewis-
ser, als daß die daher 
entspringende und für
--------  die Imploratin
militirende fortissim?
praesumtio dieselben ??
dem ihr auferlegten one??
probandi liberire, hin??
gen Implorantisches Klo-
ster, daferne es zu ??
p:10nicht gemeint ist, prob??
nem contrarii übernehmen
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Es gedenket Implorantisches
Kloster in dem schon gedachten
--------  ohnpaginirten Schrei-
ben von 22ten Jan. d.J.
circa finem, wegen der
Beköstigung in Ansehung
des praetendirten Dienstes
schriftliche Nachrichten zu
I Wo diese sind,da mußhaben. I <s>Ohnstrittig muß</s>
ohnstreitig<s>dabey</s>  auch die Convention
selbst wegen dieses Dienstes
vorhanden sey, und Im-
ploratisches Kloster ist die-
selbe als ein instrumen-
tum commune sub iura-
p:11mento editionis zu pro-
duciren schuldig, als wor-
auf Imploraten insistiren
im mittelst aber, und bis
daß solches geschehen,
auf die fortis simam prae-
sumtionem --------------------
-------------------------------------
----------   sich steifen,
als welche sie des auf-
erlegten Beweises über-
hebet.
     In dem mehrgedachten
gegenseitigen Schreiben
ist nichts enthalten, welches
daran etwas alterieren
könnte. Wiedersprüche
p:12sind in dem Protocollo
von 27ten Sept. v.J. auch nicht
vorhanden, als welches
gegenseits zwar wohl ge-
sagt, aber nirgend ge-
zeiget worden.
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   Denn so kan ein Dienst we-
gen der Art der Bekösti-
gung etwas kostbar seyn
deshalben auch nicht ist ge-
fordert, oder gar deßen
sich begeben worden: den-
noch sind das keine wie-
dersprechende Sätze. Nir-
gend haben Imploraten Be-
köstigung und Lese Holtz
p:13verbunden, wohl aber den
Dienst und das Lese Holtz.
Auch ist nicht abzusehn, wie
das Holtz Lesen in der Kloster-
forst und der Dienst an das
Kloster was wiederspre-
chendes seyn könne. Und
wo ist denn die doppelte
Ergetzlichkeit, davon in dem
gedachten Schreiben erwehnt
wird? Gibt es denn Leute
die blos für eine Mahlzeit
zu eßen den gantzen Tag
arbeiten?
Doch es hängt die Entschei-
p:14dung der Sache von  -----
----------------  dergleichen  ---
II  fallen auch von selbst sehr---  unrichtigen  ----------------
    ins Auge,Vorbildungen nicht ab  II
daher mehr davon zu ge-
dencken unnöthig ist und
nur ein generaler Wie-
derspruch entgegen ge-
setzet wird.
--------------------------------------
----------------------
Nur das eintzige obmotu?
können Imploraten nicht
ohnberührt laßen, da
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gesagt wird,
das Lese Holtz wäre dahin eben nicht
geachtet, die Förster
hätten sich dafür be-
zahlen laßen, und die
p:15Denckershäuser hätten
gewißen Haber dafür
an die Förster entrich-
tet.
Es ist aber der Implorati-
tischen Gemeinde nie einge-
fallen, denen Förstern für
das Lese Holtz, wofür sie
gedienet hat, noch beson-
ders was zu bezahlen
und so unrichtig und falsch
es mithin ist, daß diesel-
be jemahls an idem Haber
entrichtet haben soll, als
p:16welches sie constantissi-
II  Implorantisches Klosterme wiederspricht, II  so
auch nicht erwiesenbehält es hingegen sein
hat,Bewenden dabey, daß
der Dienst anders nicht,
als wie vorgedacht, ge-
gen die Samlung des
Lese Holtzes geleistet wor-
den. Wie sehr auch die
stärckste Vermuthung
dafür militire, und
solches von Implorati-
schen Kloster selbst ipso
facto eingeräumet
worden, ist im vorher-
gehenden Bericht gezei-
get worden, worauf
man sich Kürtze halber a??
referiret.
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Gesetzt nun das Holtz    Lesen
sey von Königl. Regierung
p:17abgestellet, so wird sich Im-
plorantisches Closter bescheiden
müßen, daß eo ipso der da-
gegen geleistete Dienst mit
aufgehoben sey. Nach Ver-
nunft und Billigkeit läßet
sich nicht anders denken.
      Ad 2.) Die Anzahl des
Dienstes betreffend, so be-
sagt das mehrgedachte Pro-
tocollum von 27ten Sept.
v.J. daß Imploratische Ge-
meinde mehr nicht, als des
Jahrs nur einen eintzigen
Tag gedienet habe, das
p:18Implorantische Closter hat sol-
ches weder wiedersprochen
noch das Gegentheil erwie-
sen, sondern tacite einge-
räumet, wie Imploraten
utilissime acceptiren
und daher in omnem
inopinutum eventum
weiter nicht, als den ein-
gestandenen einen Tag zu
dienen würde angehalt
werden können.
      Ad 3.) Die Berechnung
des Tage Lohns betreffend
so hätten auf den Fall, daß
P:19die Gemeinde zu dem
Dienst sich verstehen können
und sich dazu eingestellt
hätte, die berechnete ???
12 gr nicht ausgegeben
werden dürfen. All???
hätten denn nicht z.B. Dien-
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ster beköstiget werden müs-
sen? Würde nicht in der
Maße, wie dieselben  ----
------------------  sich ad proto-
collum verrechnen laßen,
und worauf sie eventua-
liter so lange, bis mit
denen in dem Schreiben
von 22ten Jan. d.J. gerühm-
p:20ten Urkunden ein an-
ders erwiesen, insistiren,
ein merkliches darauf
gegangen seyn? Oder
gesetzt, die z.B. Tage Löhner
wären in der gedachten
maße beköstiget, würden
denn denselben noch jedem
6 gr , also insgesamt 4 rth 12 gr
dazu bezahlt seyn? Dar-
an ist nicht gedacht worden.
So wie aber Imploratische
Gemeinde zu den gefor-
derten Dienst sich überhaupt
nicht verstehet, so ist die-
selbe noch weniger unrich-
tige Rechnunge geständig,
p:21kan auch zu deren Bezah-
lung in keinem Fall ange-
strenget werden.
      Wie nun die Erheblich-
keit der Beschwerden hier-
aus zu Tage lieget, so
bittet Imploratische Ge-
meinde in Unterthänig-
keit, der eingewanten
Supplication zu deferiren,
mithin mit Aufhebung
des eingangs gedachten
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Bescheides von 28ten Jan.
d.J. zu erkennen,
daß nunmehro Imploran-
P:22tisches Closter sein Vor-
geben, wie daß der
Dienst mit der Sam-
lung des Lese Holtzes
keine Verbindung ha-
be und nicht deshal-
ben sey geleistet wor-
den, zu erweisen,
------------------------------------
------------------------------------
------------------------------------
------------------------------------
------------------------------------
-----------------  schuldig
II  demnächst, wennsey und  II     ------------------
  solches geschehen,wegen der 2 ten und
3 ten Beschwerde
gleichfals erkannt
werden solle. Re-
fusis expensis
Desuper omni metiori
modo humittime implo-
rando.
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Ungehorsams-AnklagungAn
und BitteKönigl. Amt Brunstein
von Seiten
der Gemeinde Denckers-
hausen, ImploratenDurch den Bescheid von
14ten Mai v.J. ist Implo-
wiederrantischen Closter die Noth-
durfts Verhandlung auf
das Closter Wiebrechts-der Imploraten eingereich-
hausen, Implorantente Justficationem Sup-
plicationis iniungiret
???                                 in ptound dazu terminus von
praetend. Dienstes4 Wochen praefiguriret
worden. Da sothaner
Bescheid bisher nicht be-
folget worden; gleich-
II  und da von Seiten derwohl Imploraten die
Gemeinde der ihr angeson-Sache II in unentschiede-
nenen Dienstleistung be-nen terminis beruhen
sage der beglaubtenzu laßen nicht gemeint
Anlage A. weit über rechts-sind; so wollen die-
verjährte Zeit, und schonselben unter vorgängiger Ungehor-
vor gantzen 83 Jahrensams-Anklagung unterthänig gehorsamst
wiedersprochen und derbitten,
vermeinte Dienst ver-              zu Gelebung des
weigert worden,             gedachten Beschei-
             des anderweiten
             terminum sub prae-
             indicio, daß ihre
             Einwendungen bey
            fernern Ungehor-
               sam für einge-
            standen angenom-
            men werden, zu
            praefigiren.
Desuper omni metiori mo-
do implorando.
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Deductio causatium resti-
tutionis in integrum cumAn
petitoKönigl. Amt Brunstein
von Seiten
der Gemeinde Denckershau-
sen, Imploraten
wiederImploranten verhehlen nicht,
das Closter Wiebrechtshau-die Deductionem causalium
sen, Implorantendes wieder den Decisio-Bescheid
von 31ten Mart. d.J. einge-
in ptolegten Rechts Mittels binnen
praet. Dienstes.der ihnen durch den jüngsten
Bescheid von 27ten v.M.  ---
----------  auf 1 Monath pro-
rogirten Frist hirmit ad
acta einzureichen, wo-
mit denn formalia ihre
ordnungsmäßige Richtig-
keit erhalten.
        Die materialie betref-
fend, so ist der angezo-
ne Bescheid in der Maaße
3.abgefaßet,
               Daß es der eingewan-
               ten Supplication ohn-
               geachtet, bey dem am
               28ten Jan. 1778 er-
               laßenen Bescheide
               seyn unveränder-
               tes Bewenden be-
               halte, auch Suppli-
               canten dem Supplica-
               ten die Kosten dieser
               Instanz, nach vor-
               gängiger deren Li-
4.               quidation und rich-
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               terlichen Mäßigung
               zu erstatten schuldig
               sey.
Eben dieses Erkenntnis
5. Das Eingeständnis, welches     Iist es, worüber Imploraten
dieselben nach den Protocollo      Isich salvo indiciati respecta
von 27ten Sept. 1777 ------  dahin  Ibeschwehrt erachten, und die
gethan, daß sie in der Som-         Igegründete Ursachen sotha-
mer Erndte ehedem operas          Iner ihrer Beschwehrde in
praestiret haben, wird der             Ifolgenden an – und ausfüh-
eintzige Grund seyn, warum         Iren werden.
in der geschehenen Maaße          I -----
wieder sie erkannt wor----------------------------------------
den. So sehr aber --------------------------------------------------
sothane confessio von Implo----------------------------------------
rantischen Kloster -------------------------------------------------
----------------------------------------------------------------------------
----------------------------------------------------------------------------
----------------------------------------------------------------------------
6.auch erhoben und exaggeri----------------------------------------
ret worden, so ist die---------------------------------------
selbe doch zu den ergange---------------------------------------
nen Erkenntnis --------  um--------------------------------------
so weniger zulänglich, als------  bey eintretenden 
     1.) Imploraten  --------Umständen nicht anders
-------------------------------------vermuthen, wie in dissei-
------------  keine Dienst-tiger
pflicht eingeräumet, son-         Justificatione Suppli-
dern nur -------  ehedem         cationis    p
gegen daß ihnen aus dervon pag. 6 bis 9 sub a.
Klosterforst gegönneteb.c.f.d. ausgeführet
Lese Holtz in der Sommer-worden, worauf man 
Erndte operas praestirt zusich Kürtze halben hirmit
haben, eingeräumet haben.referiret und eine obliga-
Ein solches auch, und daß es  tion ad operarum praehta-
aus bloßer Gefälligkeittionem keinesweges ge-
geschehen, läßet sichständig seyn kan.
        Noch deutlicher haben
II  ihresich II  -----  antecessores
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II wie die damahlige Amt------  schon vor 84 Jahren II darüber
mannin Fridbergen die Be-geäußert, wenn dieselben
schwehrde, daß die Denckers-besage des bey der disseiti-
häuser ihre Bothen zumgen so bemerckten
Aufharcken nicht gesandt,              Ungehorsams Anklagung   p
91.) Sub A. in forma probante
beygebachten Protocolli von
16ten Nov. 1696 sich verneh-
men laßen,
          es wäre vor alters den
          denckershäusischen Ein-
          wohnern vergönnet
          worden, aus dem Stifts-
          holtze den Collfall
          und Lägerholtz mit
          Drächten und Wagen
p:10          zu holen, dagegen
          hätten die meisten
          zu gefallen zum Har-
          cken in der Erndte
          nach den Kloster ei-
          nen Botten gesand,
          es wäre aber keine
          Schuldigkeit gewesen,
          wie nunmehro die 
          Kloster Amtmännsche
          daraus machen wolte,
p:11           es würde auch in
          keinen Amts Lager
          Buche solches befun-
          den werden, und
          weil ihnen jetzo
          nicht mehr vergön-
          net, ohne des Försters
          Willen und Erlaub-
          nis aus dem Stiftsholtze
DSCN4412
          Holtz zu holen, so kön-
          ten und wolten sie 
          auch keine Bottens
12.          mehr zu dem Auf-
          harcken nach dem
          Kloster senden, und
          einen neuen Herrn-
          dienst ihnen aufbür-
          den laßen     p
Hieraus ergibt sich also, daß
Imploraten die praestationem
operarum nicht simpliciter, son-
dern sub modo et adicita qua-
litate, daß dieselben gegen das
ihnen, aus der Stiftsforst gegönnete
p:13    Holtz geschehen sey, eingeräu-
haben. Denn dadurch allein
sind dieselben zu der ehedem
dem Implorantischen Kloster    
----------  in der Erndte gelei-
steten Beyhilfe bewogen
und angereitzet worden, 
welche man also nicht anders
als ein praecarium considera-
ren kan.   Es ist aber den
Gesetzen nicht gemäß, daß
man sothane confessionem 
14.quatificatam, wie man
Implorantischer Seits bereits
in dem per Decretum von 28ten
Jan. 1778 communicirten ver-
worrenen Schreiben sich ange-
maßet hat, zerstücklen und
nur pro parte aber reiiciren
und darüber Beweis for-
dern wollen. Nam con-
fessio qualificata in totum
------  debet acceptari ret re-
15iici, et modus –  ret qua-
DSCN4413
litas confessioni adiuncta prod-
est confitenti ad hoc, ut con-
fessio non possit dividi, sed
tenebitur adversarius, ret
totam approbare, ret totam
improbare
        Consit. Marpurg. Vol. IV.
            Cons. 40 n 44   ???
        Zanger de Except. Part 3.
            Cap. 2b. n. 177 sey  ??
Daher hat der Imploratischen
Gemeinde weder durch den
Bescheid von 28ten Jan. 1778
p 16Super adiecto modo et qua-
litate confessionis der Beweis
aufgelegt, noch nach den ein-
gangs gedachten Decreto a quo
in der Maaße, daß es bey
jenen sein unverändertes
Bewenden behalte, erkannt
werden können.
Überhaupt ist auch der Ver-
nunft gemäß, daß dasjeni-
ge, quod limitatum est, auch
nur limitatum effectum pro
ducira. Und solches muß
um so mehr in substrato
seine Anwendung finden, 
als eine possessio vitio-
sa niemanden was helfen
kan. Derjenige wird nur
in possessione geschützet,
qui nec vi, nec clam, nec 
precario possidet
               ?.4.J. de Interd.
               L.1.?.? d. Uti possid.
               L.1.?.2. deffin. Actu??
                   priv.
18.Von einer possessione non vi-
tiosa constir? hier aber nicht.
DSCN4414
Implorantisches Closter hat solche nicht
erwiesen, und Imploraten habe
dieselbe auch nicht eingestan-
den, sondern vielmehr so wie
ihr antecessores bereits vor 84
Jahren gethan, wiedersprochen.
Eine Vermuthung hat das
Closter gleichfals nicht vor – son-
dern vielmehr wieder sich,
p:19indem die praesumtio pro
libertate für Imploraten
militiret, qua fortior est
praesumtione possessionis.
Letztere ist in gegenwärtiger
casu besonders schwach, wie
in Justificatione Supplicatio-
nis bereits bemerket worden.
In hoc ordinario komt es auf
qualitatem possessionis an,
und nach der Verordnung
der Gesetze obtinirt der-
jenige nur, qui nec vi, nec
p:20clam, nec precario posside-
re demonstrat. Der Implora-
ten antecessores haben dem
Implorantischen Closter das
vitium praetenso possessionis 
--------  in der angezoge-
nen Vernehmlaßung bereits
vor 84 Jahren obiicirt,
in verbis
          dagegen hätten die
          meisten zu gefallen
21          zum Harcken in
          der Erndte nach den
          Closter einen Botten
          gesandt, es wäre
          aber keine Schuldigkeit
          gewesen   p  .
Haben sie es aber zu ge-
DSCN4415
fallen gethan, ohne Schuldigkeit,
so hat es bey ihnen gestan-
den, es auch nach dem
Begrif des Precarii wieder
zu unterlaßen.
So unstreitig aber dem Imploran-
tischen Closter possessionem non
22vitiosam darzuthun oblieget,
so unstreitig hat solches nicht
umgekehrt, und probatio   ----
----  des obiicirten ritii pos-
ssessionis den Imploraten 
zugemuthet und aufgebür-
det werden können.
Alles was von der Gegenseite
in der so bemerkten
    Schlieslichen Nothdurft  p
hiwieder vorgebracht wird,
bestehet allein darin, wenn es
pag. 9 heißet:
23          quod reus excipiendo fiat
          actor et suas exceptiones
          probare debeat.
So richtig dieses aber sonsten auch
ist, so leidet es hier doch seinen
Abfall. Die in der ange-
zogenen Anl. A bemerckten
Denckershäuser haben in der
gedachten Vernehmlaßung, wel-
che Imploraten, nach dem
sie ihnen bekannt worden, und
von ihren antecessoribus in
24eadem causa geschehen, für
die ihrige annehmen und der-
selben inhaeriren, dem Implo-
rantischen Closter bereits vor
84 Jahren exceptionem vitiosa
II consequenter adpreces,possessionis, und wie sie nur
zur Gefälligkeit II und nicht
aus Schuldigkeit ihre Bothen
DSCN4416
zum Aufharcken gesandt,
entgegen gesetzet. Wenn
25aber derjenige, der in possessio-
ne geschützet werden will,
nach Vorschrift der Gesetze zuvor
darthun muß, daß dieselbe 
nicht vitiosa sey, so ist ed ipso
gantz unstreitig, daß der Be-
weis nicht der Gemeinde,
sondern dem Closter obliege,
sie fo(lg)lich dieses possessionem non
vitiosam zu erweisen  -----------
schuldig sey.
Herzu komt, daß
2.) das Implorantische Clo-
26ster es bey der angezoge-
nen von Imploraten ante-
cessoribus geschehenen Vernehm-
laßung seit 84 Jahren
hat bewenden laßen, mit-
hin viel zu lange gewartet
ist, die Sache dermahlen
zu resucitiren, allermeisten
ein so geraumer Zeitver-
lauf ad praescriptionem 
servitiorum selbst nicht mahl
erforderlich, sondern das in
        §.3. C. de Praescript: 30 ret
27           40 ann.
bestimmte tempus ordinari-
um dazu schon hinreichend 
ist,
          Leyher Spei. 420. med.1.
worauf Dom. Index, da ihm
durch die beygebrachte Anl.
--------------------------------------
II  allerdeingsA. Veranlaßung dazu ge-
geben, II hätte attendiren sollen.
          Wenn aber alles das, was
in vorhergehenden sub 1J2)
deducirt worden, für die
DSCN4417
Imploraten nicht sey wie es
p28.doch thut, militirte, so haben
II  nach den Protocollo von      3.) doch dieselben II mehr nicht
     27ten Sept 1777als nur einen eintzigen Tag ope-
ras in der Sommer Erndte ge-
leistet zu haben eingeräu-
met und hätte mithin in-
dem Bescheide von 28ten
Jan. 1778 bestimmter, als
geschehen, erkannt werden
sollen, sintemahlen von
          einem vor einigen Jah-
          ren geleisteten Dienst,
p29.wie es in dem angezoge-
nen Bescheide heißet,
ex actis nichts constiret,
sondern nur allein von
der Imploraten Declarati-
on, nur einen Tag gedient
zu haben, gleichwohl Sen-
tentia certa, und dasjenige,
was wegen erkannt wird, 
bestimmt und ausgedrückt
30.seyn muß; so hat es
-------------------------------------
auch in Ansehung dieses
Puncts ------  bey den Be-
scheide von 28ten Jan.1778
keinesweges gelaßen wer-
den, sondern nothwen-
dig wenigstens eine Decla-
ratoria ertheilet werden
sollen.
          4.) Ist in dem Imploran-
tischer Seits beygebrachten
sogenanten Schreiben die
dem vermeinten Dienst ge-
p:31schehene Beköstigung ein-
DSCN4418
gestanden, hingegen in An-
sehung des modi auf Urkun-
den provocirt, die aber bis-
her nicht zum Vorschein ge-
kommen sind. Da die 
ehedem dem gedachten Clo-
ster in der Sommer Ernd-
te mittelst Aufharcken
geleistete Beyhülfe nach
der Vernehmlaßung der
Imploraten antecessorum nicht
aus Pflicht, sondern Ge-
fälligkeit geschehen, so hält
p:32von selbst begreiflich, daß
dieselben, um sie bey gu-
ten Willen zu erhalten,
mit Speise und Tranck
ungleich beßer, als pflich-
tige Dienster versehen
seyn werden.
Allein wenn auch Tagelöhner
nur so wie gebräuchlich, be-
köstiget werden, so ist es
eine in der notorietaet be-
ruhende und jeden Oecono-
men bestens bekante War-
33heit, daß denselben dazu
ein mehreres nicht, als
der halbe Lohn gereichet
werde. Gesetzt nun, daß
man Imploratischer Seits
anstatt der zurückgeblie-
benen Imploraten Tagelöhner
genommen, und denselben die
Beköstigung, die sonst Im-
ploraten erhalten hätten,
gegeben, wie läßet sich
denn wohl dencken, daß je-
34den Tagelöhner überhin noch
6 mgr gegeben seyn solten?
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So sehr das übertriebene bey
der Berechnung des Tage-
lohns II von selbst in die Au-
gua fält; so nothwendig
hätte, da man diesen Punct
in decidendo berühret hat,
darauf Rücksicht genom-
men werden sollen.
Es ist also auch diese Beschwehr-
de gantz erheblich und haben
35Imploraten derselben Ab-
änderung ---  so wie auch
des vorhergehenden Puncts
eventualiter zu gewärtig.
          Die condemnationem in ex-
pensas noch betreffend, so läs-
II wenigstensset sich II probabilis litigan-
di causa der Imploraten
in Betracht ihrer antecesso-
rum von 16ten Nov.1696 ad
protocollum geschehenen beträcht-
p36lichen Vernehmlaßung und
daß Imploratisches Closter
seit 84 Jahren her es dabey
so  -----------  schlechterdings
bewenden laßen, im ge-
ringsten nicht bezweifeln,
und da außerdem auch der
Bescheid in der abgegebenen
Maaße secundum praede-
ducta nicht bestehen kan;
so wird das Erkenntnis
auch in diesem Stück
wieder abzuändern ----------
p37mithin Imploraten mit
Erstattung der Kosten zu
verschonen seyn.
          Imploraten bitten daher
in Unterthänigkeit,
            die ausgeführte causales
            für erheblich, mithin
            mit Aufhebung
            des decreti a quo
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            deducirter maaßen
            zu erkennen.
Desuper omni metiori modo
implorando.
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(Prägestempel)(Prägestempel)
          Dem Gesuche der Gemeinde Denkershausen
      um Verpachtung des herrschaftl. Antheils am
Denkershäuser Teiche vom 11/17 ten August d.J., kann
               Hannover, den 26. Septbr. 1859.
Der Minister des Königlichen Hauses.
(Unterschrift)
(könnte Thielmansen heißen)

 

Reitender Förster

Ein ungewöhnliches Berufsbild aus heutiger Sicht.

(1)  Alles zum "rF" oder "gF" - dem reitenden oder gehenden Förster kann man hier nachlesen:
http://wiki-de.genealogy.net/F%C3%B6rster_%28Berufs
bezeichnung%29