Grenzprobleme in der Gemarkung!

In diesem Fall geht es um Grenzprobleme zwischen der Gemeinde Holtensen, heute Langenholtensen, oder auch LaHo abgekürzt.
Die Gemeinde Holtensen fühlte sich beschwert über die vermeintlich falsche Grenzziehung bezüglich der Forst und reichte Klage beim Amt Brunstein ein.

Das Gericht erließ per Decret eine Begehung des fraglichen Reals, um dann später zu einer gütlichen Einigung zu kommen. Die maßgeblichen Verantwortlichen wurden beigezogen und so geschah es am 21. Juli 1831.

Es wurde vereinbart, von der strittigen Fläche alles aufzuteilen, um sie später per Losentscheid den Kontrahenten zu zuordnen.

Das Ergebnis dazu  im Artikel von 1832.

 


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  Stempel   
Actum Amt Brunstein am Dünnen-   
berge, den 21sten Julius 1831   
      
In Sachen    
der Gemeinde Holtensen, Imploranten   
wider    
die Gemeinde Denkershausen, Imploraten  
 wegen Besitzstörung.   
      
In dem mittelst Decrets vom 18ten v.M. zur Feststellung der 
verglichenen Forstgränze, so wie zur definitiven Auseinandersetzung
der streitenden Theile auf den 14ten d.M. angesetzten, und wegen 
eingetretener schlechter Witterung breoi mance auf heute angesetzten
Termine, waren an Ort und Stelle erschienen von Seiten der Ge- 
meinde Holtensen, deren Syndicus, der Bauermeister Arne- 
mann, in Begleitung der Vorsteher Meinberg und Peter, sowie 
abseiten der Denkershäuser Gemeinde, deren Syndicus Wehr- 
mann nebst den Gemeinde-Vorstehern Wallhausen und 
Washausen, auch hatte sich auf Ersuchen der die allgemeine 
Aufsicht über die Gemeinde Forsten führende Förster Nie- 
derstadt aus Holtensen dahier eingefunden. 
Aperto termino 
beging man, um sich erst von den eigentlichen streitigen Puncten 
der in Frage stehenden Grenze zu unterrichten, dieselbe 
ganz, und ließ sich bei dieser Gelegenheit die einzelnen 
  
  Stellen  
  

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Stellen, welche die eine oder andere Gemeinde  
für sich in Anspruch nahm, sowie die mehreren sich daselbst noch befind-
lichen Grenzsteine genau vorzeigen. Bey dieser Begehung der 
Grenze fand sich sodann auf mehrseitiges Nachfragen und An- 
hören der von den beiderseitigen Gemeinde Assistenten auf- 
gestellten Behauptungen, daß von dem Doppel-Grenzsteine, der 
auf dem ehemaligen Kirchstiege von Mandelbeck nach dem jetzigen
Hoppenhäuser Brunnen in der Brunsteiner Feldmark sich befindet,
angerechnet bei dem diesem zunächst stehenden Steine (also dem
2ten Steine) die zwischen Holtensen und Denkershausen strei- 
tige Forstgrenze anfange und von hier bis zum 5ten jenseits 
der Franzosen-Buche befindlichen Grenzsteinen sich erstrecke; 
in welcher Beziehung alsdann zur endlichen Regulirung und Fest-
setzung derselben nachfolgende Bestimmungen mit Zustim- 
mung sämmtlicher Comparenten getroffen wurden.  
1, Von diesem oben näher bezeichneten zweiten Grenzsteine 
angerechnet bis zum fünften werden der Gemeinde Holtensen 
die vergleichsweise zukommenden 60 Ruthen von der zwischen 
dem alten Fahrwege und der neu aufgehaunen Grenze herlaufen- 
den Hölzung dergestalt überwiesen, daß sie weder den besten noch
schlechtesten Holzbestand erhält; ingleichen auch bei der demnächst
zu treffenden Abänderung und Feststellung der Grenze womög- 
lichst kein Holz weiter abgehauen zu werden braucht. 
2, Mit der zu diesem Zwecke erforderlichen Vermeßung des 
  
 im 
       


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im Frage stehenden zwischen dem 2ten und 5ten Steine liegenden
streitigen Districkts solle der Gardejäger Küster aus Holten- 
sen beauftragt werden, und dieser solche sodann unter Aufsicht 
der Syndici beider Gemeinden vornehmen. 
3, Sollten sich aber nach geschehener Vermessung die beiden Gemein-
den darüber in Güte sich nicht vereinigen können, wo und ob 
überhaupt an einer oder mehrere Stellen die fraglichen 60 Ru- 
then der Gemeinde Holtensen zugewiesen werden, so bleibe 
es in diesem Falle dem Amte Brunstein überlassen, den 
streitigen Districkt in mehrere beliebige Theile zu theilen, 
und alsdann von dem Loose es abhängig zu machen, welche 
Theile genommen werden sollen, damit die Gemeinde 
Holtensen die fraglichen 60 Ruthen erhalte. 
4, Wenn auf diese Weise die Grenze definitiv festgesetzt 
worden, so solle dieselbe genau mit neuen Grenzsteinen 
bezeichnet werden, zu welchem Ende sowohl die Gemeinde 
Holtensen als Denkershausen sich anheischig mache, je 12 
Stück ordentlich behauene Grenzsteine an Ort und Stelle zu 
liefern.  
 praet. et ratifz.    
actum ut supra  
  in fidem   
      
 GrimsehlHelle