6. November 1832 - Grenzprobleme - Teil II

Aus dem vorangegangenem Artikel - 1831 - hat hier die anberaumte Begehung mit den maßgeblichen Vertretern der Ortschaft statt gefunden.

Orientiert man sich an der damaligen "Marschroute" der Teilnehmer, kann ggfs. festgestellt werden, sie stimmt auch heute noch mit den gültigen Gemarkungsgrenzen überein.

Damit wissen wir nicht, wer bekam neue Flächen durch welchen Losentscheid zugesprochen. Und vor allen Dingen, wie hat der Grenzverlauf vorher ausgesehen?

Wer hatte den besseren wirtschaftlichen Erfolg damit verbuchen können? Waldbewirtschaftung war zu dieser Zeit bereits eine angesehene Thematik und jeder war auf seinen Vorteil bedacht!

Vielleicht haben wir später noch einmal Gelegenheit dies etwas besser zu eruieren.

 


DSCN4574
Copia Stempel 
 
Grenz – Versteinungs - Verzeichniß    
 
Nachdem am 16ten October 1832 vom Amte Brun-   
stein die streitige Grenze zwischen den Holtenser und   
Denkershäuser Gemeinde-Forsten am Dünnenberge -   
in Folge eines getroffenen Vergleichs der beyden Ge-   
meinden – regulirt war, wurde mir dem Revierförster   
Niederstadt, vom Amte Brunstein der Auftrag,   
die neue Grenze nach den im Termine bestimmten Punc-  
ten zu versteinen. Auch die alte Grenze an den nicht   
streitig gewesenen Orten am Dünnenberge, zu meh-   
rerer Deutlichkeit und um dadurch fernerer möglicher   
Weise entstehender Streitigkeiten vorzubeugen, enger   
zu versteinen.   
Bey dem Geschäfte waren gegenwärtig: von der Ge-   
meinde Holtensen der Bauermeister Arnemann, die   
Vorsteher Meinberg und Herbst; von der Gemeinde   
Denkershausen der Bauermeister Wehrmann, der   
Vorsteher Meier und Forstaufseher Hasper.   
    Mit der Grenz-Versteinung wurde am östlichen   
Ende des Dünnenberges, wo der sogenannte Kirch-   
stieg über die Höhe läuft, bei dem daselbst befind-   
lichen Doppelsteine, der Anfang gemacht.   
 
   Seite   
 

DSCN4575
 Decimal-Maaße
Ruthen Fuß Zoll
Von dem vorbenannten Doppelsteine läuft die Grenze   
rechts an dem Fahrwege hinauf und beträgt die Ent-   
fernung bis an den nächstfolgenden Stein1017
Von dem letzten Steine fällt die Grenze auf den   
Fahrweg, auf welchem ein Doppelstein steht, der   
von dem letztern entfernt ist 1241
Von hier springt die Grenze in fast rechtwink-   
lichter Form, von dem Doppelsteine zur linken   
Seite, ebenfalls nach einem Doppelsteine, welcher   
vom letzten entfernt ist  162
Von dem letzten Doppelsteine beträgt die Ent-   
fernung bis an den nächstfolgenden Stein955
Der darauf folgende Stein ist von dem letz-   
ten entfernt   85-
Der nächstfolgende Stein ist entfernt vom letztern11-9
Dann beträgt die Entfernung bis an den nächsten Stein1009
Bei dem nächstfolgenden Steine läuft der oben   
genannte Fahrweg, von der rechten zur linken   
Seite über die Grenze, und ist der Stein von   
dem letzten entfernt  86-
Bis an den nächsten Stein beträgt die Entfernung1065
Dann wieder an den nächsten Stein ------   die   
Entfernung   11-8
Bei dem nächsten Steine fällt der mehrogenann-   
te Fahrweg wieder von der linken Seite auf   
die Grenze, und ist der letzte Stein von    
dem vorletzten entfernt   79-
Von hier ab an, macht derselbe Fahrweg   
eine Strecke die Grenze. Um nun die Stei-   
ne gegen das Zerfahren zu sichern, so sind   
die folgenden 5 Steine , wechselweise neben   
    
 den   
 

DSCN4576
 
 ferner
Ruthen Fuß Zoll
den Weg gesetzt. Der nächstfolgende Stein steht   
rechts am Wege und ist von dem letzten   
entfernt   106-
Der folgende Stein steht links am Wege und ist   
vom letzten entfernt  6-7
Darauf folgt wieder ein Stein zur rechten Seite   
des Weges, welcher vom letzten entfernt ist688
Dann steht wieder ein Stein links am Wege,   
dessen Entfernung von dem letzten beträgt 465
Nun folgt der letzte Stein am Wege, welcher   
wieder zu dessen rechten Seite steht und vom   
letzten entfernt ist  3-2
Die Entfernung bis an den folgenden Stein   
beträgt   134-
Von hier bis an den folgenden Stein 1673
Dann wieder bis an den nächsten Stein157-
Bis an den folgenden Stein 1452
Wieder bis an den nächsten Stein 1452
Der folgende Stein ist entfernt 1558
Bis zu den nächsten Steine 146-
Dann wieder der nächste Stein 1539
Bis an den folgenden Stein 16-5
Von dem letzten bis an den nächsten Stein   
die Entfernung  14-7
Vom letzten bis nächsten Steine 1083
Bis an den folgenden Stein 1055
Dann bis zu dem nächsten Steine 865
Von dem letzten Steine springt die Gren-   
    
   ze   
 

DSCN4577
 ferner
Ruthen Fuß Zoll
ze fast rechtwinklicht von der Höhe links ab,   
steil den Berg hinunter, und beträgt die Ent-   
fernung bis an den nächsten Steinunter der   
Höhe    28-
Der darauf folgende Stein ist von dem letz-   
tern entfernt   64-
Dann der nächstfolgende Stein 6-3
Wieder bis an den folgenden Stein 77-
Bis an den nächsten und letzten Stein vor   
dem herrschaftlichen Brunsteiner Felde, be-   
trägt die Entfernung  378
Die Entfernungen sind von der Mitte der Steine   
gemessen.      
Unter sämmtlichen frisch gesetzten Steinen, befinden   
sich Marken von rothen Dachziegeln und Schmiede-   
schlacken.      
 Holtensen d. 6ten November 1832   
           /unterz./   W. Niederstadt   
  Königl. Förster   
       
  pro copia    
  (Unterschrift) Z. Mencke   
   Amts Assessor   
 
        
"Luftbild" -Grenzbegehung