Grenzprobleme in der Forst - Gerichtskosten - Teil III

Jede Behörde, so auch ein Gericht, lebt vom "Umsatz", oder von den Gebühren. Bei Gericht nennt man das schlicht Gerichtskosten.

In den beiden vorangegangen Artikeln kam es zu bekanntlich einer gütlichen Einigung und damit waren ausschl. die Kosten des am Verfahren beteiligten Försters Kleppel zu tragen. Er war das aufsichtsführende Organ des Vergleiches.

Trotzdem blieb Denkershausen auf einem Teil der Kosten hängen, auch wenn sie es nicht angezettelt hatten. So ist das nun einmal bei einem Vergleich. Ein bischen Unrecht ist wohl dabei gewesen!!

Hier die Kostenentscheidung vom 5. Febr. 1833.

23 rth 6 gg und 1 gg 6 pf sollte die Gemeinde also für diesen unfreiwilligen Exkurs berappen!
Was wäre des aber in heutiger Währeung in Euro? Dazu ein Link (man muss sich sehr einlesen)>hier
 

 



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StempelStempel 
      In Sachen der Gemeinde Holtensen, Klägerin, wider
die Gemeinde Denkershausen, Beklagtin, wegen Grenz-
streitigkeit, jetzt Kosten, wird Letzterer das am 2. d.M.
allhier aufgenommene Protokoll abschriftlich hieneben mitge-
theilt, und ergeht zum Bescheide:
Demnach die durch Zuziehung des Försters Kleppel er-
wachsenen Kosten lediglich durch die klägerische Gemein-
de veranlaßt worden, so wird dieselbe supplicationis
deferendo schuldig erkannt, der beklagten Gemeinde die-
selben zur Hälfte mit 23 rth 6 gg und 1 gg 6 pf binnen
14 Tagen nach Empfang dieses bei Vermeidung der Exem-
tion zu ersetzen. Wenn aber auf der andern Seite nach
Lage der Akten die auf dem Decrete vom 2. October
v. J.  verzeichneten Kosten mit 5 rth 17 gg von der klä-     
gerischen Gemeinde allein bezahlt sind, dieselben aber
von beiden Theilen gemeinschaftlich hätten getragen wer-
den müssen, so bleibt derselben nachgelassen, die Hälfte
davon mit 2 rth 20 gg 6 pf von obiger Summe ad 23 rth
6 gg und 1 gg 6 pf in Abzug zu bringen.
Uebrigens werden die Kosten dieser Instanz aus be-
wegenden Gründen gegen einander verglichen und auf-
gehoben.
     Das von Seiten der klägerischen Gemeinde zu den
Acten gebrachte Decret vom 2. October v.J. sowie das      
Protokoll vom 21. July v.J. wird derselben hie-
ne- 
 

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neben retradirt.
Decretum Brunstein, den 5. Februar 1833
Königliches Großbritannisch – Hannoversches Amt
 
 (Unterschrift) 
?Z. Mencke?
 

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Insinuirt Denkershausen den 19ten Februar 1833
und Tags zuvor ein gleichlautend Original-Decret
nebst Anlagen dem Bauermeister Arnemann in
Holtensen zugestellt.
 A. Franz 
 
 
 No. 282 
 
 Der 
       Gemeinde Denkers-
                 hausen
 zzstellen
     
Prot. ½                 4 gg 
Decr. ½   –            3  „
Stpl. und Cop. ½   6 „     
       13 gg
Insin.  -----             2  „
Meil. G. -----          6  „
                          21 gg
 Empfangen
  
 A. Franz
 
      

 

Auszug: