1834 - Der Förster bestimmt den Holzeinschlag

Das eine nachhaltige Holzbewirtschaftung unserer Wälder dringend geboten war, hat sich schon früheren Regenten unserer Region erschlossen.
Hier haben wir es mit einer Beschreibung zu Hauungsplänen und "Culturen" im eigenen Wald zu tun. Selbst die Gebührenordnung war geregelt.

Auch wenn es der eigene Wald war und heute noch ist, so konnte doch nicht willkürlich darin gearbeitet werden. Und selbst der Förster hatte diese Pläne von Jahr zu Jahr noch dem Amt Brunstein zur Genehmigung vorzulegen.

Heute würde man derartiges wohl als Arbeitsplatzbeschreibung nennen.

Rechtes Bild unten: König Wilhelm IV. zu Hannover - >mehr

 

 



DSCN4569

Copia
 
1,  Das Dienstverhältniß des H. Försters
anlangend, so beschränken sich die Obliegen-
heiten des herrschaftlichen Försters, wel-
che vermöge der von den Gemeinen zu
entrichtenden, zu Register gezogenen
s.g. Anweise – Gebühren anerkann-
termaaßen zu seinen Dienstgeschäften ge-
hören, auf die technische Leitung des Betriebes
und eine Aufsicht über die Ausführung desselben
von Seiten der Gemeinden, wobey indessen, da
dem Königlichen Amte die eigentliche Forst-
administration nach wie vor verbleibt, der
Forstbediente hierauf wesentlich einwirken-
de Verfügungen nur auf Anordnung und in
Uebereinstimmung mit dem Königl. Amte
zu treffen befugt ist.
Der bei Holz Anweisungen und Culturen zu-
beobachtende Geschäftszweig wird damit wie folgt
näher bestimmt.
Das Amt läßt sich bis zu einem bestimmten
Tage im Herbste –  welcher Tag hiermit auf den
29. September bestimmt wird  –  von sämmtlichen
Gemeinden die Verzeichnisse über das Bedürfnis an
Holz einliefern und stellt solche dem Förster auf
einmal zu, dieser reicht sodann nach vorgängiger
Untersuchung der Thunlichkeit der Abgabe des
 Hol-
 

DSCN4570
Holzes für jede Gemeinde einen förmlichen
Hauungs-Vorschlag binnen sechs Wochen dem 
Amte ein, welches diese, mit seiner Genehmigung
versehen, dem Förster wieder zugehen läßt, da-
mit selbiger darnach die nöthigen Holzanweisungen
vornehme; neben Zustellung der Bedürfniß-Ver-
zeichnisse setzt das Amt den Förster auch von dem
Geld-Betrage und den Arbeitskräften in Kenntniß,
welche von jeder Gemeinde in dem betreffenden
Jahre auf die Cultur ihrer Forsten verwen-
det werden können damit der Förster mit Rück-
sicht darauf Cultur–Vorschläge aufstelle und solche
zugleich mit den Hauungs-Vorschlägen dem Amte
zur Genehmigung einreiche.
   Alle unmittelbare Geschäfts-Communicationen zwi-
schen dem Förster und den Gemeinde-Vorgesetz-
ten müssen dagegen unterbleiben.
2,  Die Renumerirung des Försters anlangend,
so hat derselbe zwar für die auf die oben be-
zeichneten, vermöge seines Dienstes ihm obliegen-
den Geschäfte sich beziehenden Verrichtungen eine
besondere Renumeration von den Gemeinden nicht
zu empfangen, und mag ihm nur wie bisher
eine Vergütung von 18 g? statt der bei den 
jährlichen Haupt-Holzanweisungen herkömmliche
 Be
 

DSCN4571
Beköstigung auch ferner ausgezahlt werden, für
alle übrigen von ihm verlangten Besorgungen aber
so wie namentlich für extraordianaire Holzanwei-
sungen wird eine Vergütung von 8 bis 16 g? Cour.
hiemit festgesetzt, je nach dem zu dem Geschäfte ein
halber oder ein ganzer Tag gebraucht ist.   ---   
 
Brunstein den 17ten October 1834
     Königl. Hannoversches Amt
                 (Unterzeichnet)       Grote
 
  
König Wilhelm IV zu Hannover