19. Juni 1845 - Berichtigung einer Forderung durch den Förster

Dieser Artikel ist schwierig zu interpretieren. Das damalige Juristendeutsch ist so eine Sache für sich und ob wir mit unserer Einschätzung zum Inhalt richtig liegen ist nicht gewährleistet.
Siehe zunächst den 20. Sept. 1844 (>lesen) dort wird erkennbar, als der leitende Förster jährlich einen Hauungsplan erstellen mußte. Die Kosten für diese Aufstellung hatte die Gemeinde zu tragen.

Im vorliegenden Fall ist es wohl zu einem Nachtrag am 19. Dez. 1844 gekommen, nachdem die Gemeinde einen weiteren Holzbedarf anmeldete und auch bekommen hat. Die dadurch entstandenen Kosten für die Begehung und Ausweisung des Holzeinschlages durch den Förster mit 1 rth 10 gg wären gerechtfertigt.

Die zusätzlich vom Förster verlangten einmal 8 und einmal 16 gg für "verlangte Besorgungen" gehen vermutlich in die Richtung, als am Ende der Hauung eine erneute Begehung durch die Beteiligten, dem Bauermeister, dem Gemeinde-Holz-Aufseher und dem Förster erfolgten. Hierbei sollte die ordnungsgemäße Hauung durch den Förster festgestellt und protokolliert werden.

Dies alles liest sich folgendermaßen:


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Actum Amt Northeim den 19. Juni 1845
 
Um
die von den Gemeinden
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     Vorstehendes Protocoll wird im betreffenden
Auszuge sowohl dem Förster Ribbentrop als
der Gemeinde Denkershausen auf Verlangen
abschriftlich mitgetheilt, und wenn diesem zufolge
letztere die pos. vom 11. Novbr. 1844 als richtig
anerkannt, ad pos. vom 19. Decbr. ej.a. aber
allerdings die hier vorhandenen Verhandlungen
erweisen, daß die fragliche Beschäftigung der Hauung
zur Beurtheilung des besondern Antrages der
Gemeinde auf nachträgliche Bewilligung eines
Holz-quanti amtsseitig angeordnet worden,
so wird der Gemeinde aufgegeben, die hierfür
gemachten Ansätze mit zusammen 1 rth 10 gg
dem Förster binnen 8 Tagen nach Empfang die-
ses zu berichtigen.
     Wie man nun übrigens im allgemeinen
amtsseitig dafür halten muß, daß die von dem 
Förster vorzunehmenden Revisionen der
genehmigten ( und zwar nicht auf besondere, na-
mentlich spätere, Anträge der Gemeinden erfolg-
 
ten
  

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ten) Haupt-Holz-Anweisungen und resp. der
in Gemäßheit derselben statt gefundenen Hauungen,
zu denen im Rescripte der Königlichen Landdrostei
vom 26. Septbr. 1834 bezeichneten ihm vermöge
seines Dienstes obliegenden Verrichtungen
gehören, indem ohne ein solches Nachsehen über
die gehörige Ausführung der von dem Förster
begutachteten und vom Amte angeordneten
Dispositionen rücksichtlich der Gemeinde-Forsten
überall keine Controle denkbar seyn und dieser-
halb alles der willkührlichen Befolgung der Ge-
meinden überlassen werden müßte, diese eben-
gedachten Dienst-Verrichtungen aber durch die
zu Register gezogenen von den Gemeinden
zu zahlenden Gebühren salarirt(3) werden sollen,
und nicht zu den „übrigen von dem Förster ver-
langten Besorgungen“ gezogen werden können;
so bleibt es dem Förster unbenommen, wenn
er auch hinsichtlich der fraglichen Revisionen
die in jenem landdrosteilichen  Rescript(1) für
„verlangte Besorgungen“ festgesetzten Gebühren
von resp. 16 und 8 gg in Anspruch nehmen
zu können glauben würde, hierüber eine er-
läuternde und anders bestimmende Verfü-
gung der Königl. Landdrostei zu erwirken, für
welchen Fall eventualiter die nachträgliche Berück-
 
sich-
  

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sichtigung der fraglichen Ansätze vorbehalten
wird.
       Damit jedoch einestheiles die besagten Revi-
sionen zur Kenntniß der betreffenden Gemeinden
gelangen, anderntheils derselben und resp. dem
Förster Gelegenheit gegeben werde, sich von
der gehörigen Ausführung und Befolgung der 
Anweisungen, und insonderheit von etwaigen
hierbey zu befindenden und von diesem dem
Amte zur Remedur(2) anzuzeigenden Mängeln
und Abweichungen , zu überzeugen, wird es für
angemessen erachtet, daß der Förster einige we-
nige Tage vor dem zur Besichtigung von ihm
bestimmten Tage dem Amte dieses kürzlich anzeige,
welches sodann dem Bauermeister hiervon Nach-
richt und den Befehl geben wird, unter Zuziehung
des Gemeinde-Holz-Aufsehers den Förster
nach der betreffenden Hauung zu begleiten,
wodurch denn das Befundene am zweckmäßig-
sten zu constatiren(4) seyn wird.
 
             Northeim den 21. Juni 1845
 
             Königlich Hannoversches Amt
 
                             Heyne
  

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Für
die Gemeinde
Denkershausen
dem
Bauermeister
Wallhausen
daselbst
  
  
 Anmerkung:
 (1)  Rückantwort
 (2)  Abschaffung von Mißständen
 (3)  Dem Gehaltsempfänger wohl zugeordnet
 (4)  zu bestätigen od. zu beweisen