15. July 1848 - Pachtgesuche der Gemeinde - Teil I

Die wirtschafliche Leistungsfähigkeit der Gemeinde war seit ewigen Zeiten arg eingeschränkt. Wald- und Landwirtschaft hatten biologisch nicht mehr her zu geben als der natürliche Kreislauf es ermöglichte.
Dennoch war man darum bemüht, hier Verbesserungen für die Bevölkerung zu erreichen.

So wurde versucht die vorhandenen landwirtschaftlichen Flächen zu vergrößern, sprich Hinzupachtungen von Flächen zu erreichen.

Was lag da näher, als sich an die Königlich Hannoversche Closter-Cammer zu wenden, verfügte sie doch über ausreichende Areale in der Umgebung.

Was man dazu wissen sollte, kann hier nachgelesen werden. >lesen Erkennbar ist die Einschätzung wie und warum die Closter-Kammer zu diesem immensen Reichtum im Verlauf der Jahrhunderte gekommen ist. Was aber einmal in deren Besitz kam wurde nicht mehr los gelassen. Das ist bis heute so. Leidvolle Erfahrungen haben z.B. Anrainer des Northeimer Wieterviertels erfahren.

Das nachfolgende Dokument zeigt den verzweifelten Versuch der Gemeindevertretung hier nach Lösungen zu suchen. Zweifelhaft blieben aber auch die Erfolgsaussichten und die Kammer hat das auch bereits im Vorfeld kund getan. Dennoch gab es einen winzigen Fingerzeig! Siehe rd. 8 Wochen später.

Daraus resultierte mit aller Wahrscheinlichkeit die im Jahr 1852 begonnene Absenkung des Teiches. Diese erste Maßnahme, (von zweien 1928-1930) war Ausdruck einer Gesamtsituation geschuldet, es musste Land geschaffen werden.

Damit war der Niedergang des Teichgeländes in seiner ursprünglichen Form eingeläutet. Die Spätwirkungen kennen wir bestens.

 


DSCN4435
No. 345
(Prägestempel)
 
Auf das von Seiten der Orts-
vorgesetzten zu Denkershausen, Bauermeister Rinke 
u.s.w. am 8. Mai d.J. bei Uns eingereichte Gesuch, um
pachtweise Ueberlassung eines Theils der zu dem Klostergute 
Wiebrechtshausen gehörigen Ländereien, eröffnen Wir
den Bittstellern, daß es unter den obwaltenden Verhältnis-
sen nicht thunlich ist, diesem Gesuche weitere Folge zu
geben und daß erst späterhin nach Beendigung des mit
dem Haushaltspächter Ernst bestehenden Pacht-Contractes
erwogen und entschieden werden kann, ob es mehr zur
Förderung der Landeswohlfahrt gereichen würde, den Clo-
sterhaushalt zu Wiebrechtshausen, zu Gunsten
der großen Zahl von Tagelöhnern, welche dadurch
Beschäftigung und Verdienst erhalten etwa in sei-
nem jetzigen Umfange bestehen zu lassen, oder
auf die Wünsche derjenigen Gemeinden und Perso-
nen weiter einzugehen, welche sich in großer Menge
und aus denselben Gründen, wie die Orts-Vorgesetz-
ten zu Denkershausen um pachtweise Ueberlassung
der wesentlichsten Bestandtheile des besagten Clo-
sterguts schon jetzt bemühen zu müssen geglaubt haben.
Hannover den 15. Juli 1848
Königlich Hannoversche Closter-Cammer
 
(Unterschrift)
 
Resolution
  

DSCN4436
4 gg 6 pf
An                                        Stempel
den Bauermeister Rinke und Consorten 
 Hannover 18.07.16
zu
Kost. Auslage             Denkershausen
4gg                             bei Northeim
?????
 
 
No. 24
Stpl vier Gg Cour.
18/7
(Unterschrift)