28. Septbr. 1848 - Pachtgesuche der Gemeinde - Teil II

Aus Teil I war die vermeintliche Notlage der Gemeinde zu erkennen. Sicher war die Freude auf eine, für damalige Verhältnisse, schnelle Nachricht groß.

Aber die Ernüchterung kam ziemlich schnell. Sollte doch ein finanzieller Nachteilsausgleich für die damalige Pächterin Olivet (1) von 570 rth jährlich herhalten. Und das auf 10 Jahre, mithin 5700 rth gesamt. Eine unvorstellbare Summe und deshalb hier im Dorf nicht zu realisieren. Also blieb man arm!

(1)Innerhalb dieser paar Wochen muss ein Pächterwechsel statt gefunden haben. Im Juli 1848 hieß er noch Ernst.
 

 


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Abschrift
 
Wir eröffnen dem Bauermeister Rieke
und Cons. zu Denkershausen auf deren Na-
mens der dortigen Gemeinde unterm 9. d. Mts.
fernerweit eingereichte Vorstellung, die pacht-
weise Ueberlassung von Parcelen der Domai-
ne Brunstein betr. , daß Wir nicht abgeneigt
sind, diejenigen 68 Morgen Ackerländerei,
welche angeblich zum s.g. wüsten Meierhofe
gehören sollen, aus der Pacht zurückzu-
nehmen und der Gemeinde in Pacht zu über-
lassen, wenn dieselbe sich bereit erklären
wird, die Entschädigung zu übernehmen,
welche die Domainenpächterin Olivet für
die Zurückgabe der fragl. Länderei in An-
spruch nimmt. Es ist diese Entschädigungs-
forderung inzwischen so bedeutend, daß es
dem Interesse der Gemeinde nicht entsprechen
dürfte, die fragl. Länderei während der
Dauer des damaligen Pacht-Contracts
in Pacht zu erhalten. Die Domainenpäch-
terin Olivet verlangt nämlich in Berücksich-
tigung der Nachtheile, welche durch die
 
Tren-
  

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Trennung der mehrerwähnten Länderei ihr
erwachsen würden, einen Absatz am Pacht-
gelde von jährlich 570 rth Courant während
des annoch 10 Jahre dauernden Pacht-Con-
tractes, und würde dieser Betrag von
der Gemeinde während des gedachten Zeit-
raums als Pachtgeld zu entrichten sein.
Sollte die Gemeinde unter diesen Verhält-
nissen nichtsdestoweniger die pachtweise
Ueberlassung der fragl. Länderei wünschen,
so hat sich dieselbe hierüber binnen 4 Wo-
chen bestimmt zu erklären, damit wegen
der Zurückgabe der von der Gemeinde zu über-
nehmenden sonstigen Bedingungen die
erforderlichen Einleitungen getroffen wer-
den können.
 
Hannover, den 28. Septbr. 1848
Königlich-Hannoversche Domainen-Cammer
gez. Rumann
 
Resolution
für den Bauermeister Rieke
und Cons.
zu
      Denkershausen