1861 - Der Dorfhirte erhält einen"Arbeitsvertrag"

Wie es sich unter ordentlichen Geschäftsleuten gehört, hat auch der Dorfhirte einen Anspruch auf ein paar Regularien die für beide Seiten gültig hatten.

Inwieweit er damit glücklich wurde ist nicht überliefert. Sicher war es nicht mit einer, sagen wir, 40 Stunden Woche getan.

Wir lesen:

 


DSCN4484
Denckershausen
am 10 November 18??
 
Mithe Contract zwischen der Gemeinde
und dem Hirten Heinrich Michaelis
 
1,  Die Gemeinde verflichtet sich von jeder Kuh
     2 Metzen Rocken 1 Metze Gerste von Rindern die Hälfte
     derselben Qualität zu geben als Hütelohn 1 Ochse
     geht für ein Rind für jedes Kalb erhelt derselbe
     2 ½ g
 
2,  Dagegen verflichtet sich der Hirte so viel in seinen
     Kräften steht für das Vieh in allen Arten zu sorgen
     sich den Willen des jedesmaligen Vorgesetzten zu
     fügen und wer ihn nöthig hat zu jeder Zeit zu kommen
     es sei Kuh Schweine oder Zigen Vieh und
3,  erhält derselbe für Arznei was derselbe übernimmt nichts
     und hat für die etwaigen Kreuter unentgeltig Sorge zu
     tragen wenn jedoch Arznei von der Apotheke nöthig ist
     so hat der Eigenthümer dasselbe zu beschaffen
 
4,  hat der Hirte die Grundstücke die derselbe in Besitz
     hat als Langerute und Heiligenkamp die Grund in Rambeck
     so wie das Land an der Losige Pacht frei
 
     Denckershausen am 10 November 1861  Klaproth Bauermeister
  

DSCN4485
eine Copia ist an Heinrich Michaelis
      abgeben
                                 Klaproth