1862 - 30. October - nachmittags 4 Uhr

Ein Treffen aller Pächter um einvernehmlich eine Vereinbarung zu treffen, die der vom Königlichen Amte eingeforderten Pachterhöhung um 20 rth Rechnung trägt. Mit einer Steigerung von 62 auf 82 rth gleich 30% sicher ein dicker Brocken.

Einvernehmen bestand auch darin, als die bisherigen Pächter an ihren jetzigen Flächen festhalten, nur die Lastenveretilung wurde anders gestaltet. Zwei kleine Änderungen ergaben sich für Philip Wehrmann und Friedrich Bode. Beide traten je einen halben Morgen ab. Diese Fläche solle ab sofort immer der amtierende Bauermeister zur freien Nutzung erhalten und keine Pacht bezahlen.

Verbunden war das allerdings mit der Maßgabe, daß er die Eintreibung und ordentliche Abführung der Pachtgelder übernimmt. Siehe dazu auch aus dem Jahr 1858 >lesen

 


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Geschehen zu Denkershausen, in der Woh-
nung des Bauermeisters Klapproth,
am 30. October 1863 Nachmittags 4 Uhr.
 
Auf
den Wunsch der bisherigen Pächter des
s.g. wüsten Meierhofes und des hiesi-
gen Gemeinde-Vorstandes hatte sich
der Unterzeichnete hierher begeben, um
unter den Pächtern eine – wegen der
neuen Verpachtung der obigen Grund-
stücke und wegen der von 62 rth auf
82 rth 20 g erhöhten Pachtsumme erfor-
derliche Einigung und Repartition
der einzelnen Pachtbeträge zu erzielen
und festzustellen.
   Die betreffenden Pächter waren
mit alleiniger Ausnahme des Frie-
drich Armbrecht sämmtlich erschie-
nen und gaben dieselben zunächst
zu erkennen, daß sie im allgemei-
nen wünschten, daß jeder Pächter
seine bisherigen Pachtgrundstücke
auch ferner in Pacht behielte, da je-
doch
  

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doch der jedesmalige Bauermeister durch
diese Pachtländerei, namentlich durch die
Erhebung und Ablieferung der Pachtgel-
der pp. einige Umstände und Wege hät-
te, so wäre es wol billig, daß derselbe
bei dieser Pacht auch selber mit betheiligt
sei und wären sie deshalb übereinge-
kommen, daß ein Morgen ausgesetzt
würde, welcher der jedesmalige Bauer-
meister gegen eine angemessene heu-
te festzustellende Pachtsumme in Pacht
übernehmen könne. Sie hätten deshalb aus-
gemacht, daß Philipp Wehrmann & Frie-
drich Bode jeder einen halben Morgen
( welche zusammen lägen) im Osterfel-
de zwischen herrschaftlichem Lande bele-
gen, aus der Pacht ließen, um solchen
an den zeitigen Bauermeister Klapp-
roth abzutreten.
   Sodann wurde wegen der von den
einzelnen Pächtern zu zahlenden Pacht-
beiträge verhandelt und schließlich fol-
gendes festgestellt:
  
  

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1,  Philipp Wehrmann zahlt für 3 ¾ Morgen jährl. 8 rth
2, <s> Ernst Rust</s>   Klapproth        2 ½     „         „    3  „
3,  Fried. Bode            „      „    5 ½    „         „    12 „
4,  Christoph Ahlbrecht „     „    5        „          „    10 rth 20 g
5,  Wilh. Armbrecht      „      „    4        „         „     9  „
6,  Aug. Meinecke       „      „    4        „          „    10 „
7,   „    Kulp                „      „    4 ½    „          „    10 „
8,   „    Müller              „      „    2       „           „     4 „   10 „
9,   „    Wahshausen    „      „    2       „           „     4 „   10 „
10, Georg Angerstein   „      „    2       „          „      4 „   10 „
11, Aug. Otte              „      „    1       „          „       2 „
12, Fried. Klapproth     „      „    1       „          „      2  „
13, Fried. Armbrecht    „      „    ½      „          „      1  „
&14, der zeitige Bauermeister   1       „          „      2  „
 = 37 ¾ Morgen    = 82 rth 20 g
 
Vorgelesen
genehmigt und wie nachfolgt:
Philipp Wehrmann
Ernst Rust
Friedrich Bode
Christoph Albrecht
Wilhelm Armbrecht
August Meinecke
August Kulp
Au-
  

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August Müller
August Washausen
Georg Angerstein
August Otte
Friedrich Klaproth
 
eigenhändig unterschrieben.
Zur Beglaubigung
Franz Amtsvogt
 
pro copia
(Stempel)                                Heyne
 
 
Copia vid:
für
den Gemeinde-
Vorstand
zu
Denkershausen
 
Nr. 3 d. S. R.
Cop.  –  2 gr 5 pf
vidim. – 2 „  5  „
             5 gr – „
Insinuat 3
             8 gr