1865 - Steuerfestsetzung nach Generaltheilung der Koppelhuden

Zum damaligen Zeitpunkt standen hier für Denkershausen zwei entscheidende Dinge an.

Zunächst einmal der magere Landgewinn aus der Teichabsenkung von 1864 >lesen mit seinen ganzen 2.773,99 qmund der damit verbundenen Grundsteuerbelastung.

Weiter kam es im Anschluß 1863 zu einer Generaltheilung der Koppelhuden* und damit Neubewertung der Grundstücke in der Steuerfrage.

Ein hier eingesetzter Oeconom, namens Keerl (vermutlich aus Northeim) hat eine Besichtigung angesetzt und am Ende eine Bewertung abgegeben, die die Königliche Steuer-Direction Göttingen in einen Bescheid zur Steuerfestsetzung umdeutete.

Es ist etwas schwierig zu lesen, es fehlt auch eine Deutung warum Flächen zum "privaten Eigentum" oder "Nutzung" bezeichnet werden. Vielleicht waren es Steuervorteile.

Ebenso die 8 Freijahre vom 1. Juli 1865 bis 1873 zugestanden werden. Vermutlich handelt es sich um die gewonnenen Flächen aus der Teichabsenkung, die nicht unmittelbar landwirtschaftlich genutzt werden konnten. Bodensetzungen sollten z.B. abgewartet werden, vielleicht musste auch noch entsumpft werden.

 * eine Definition dazu >lesen

 


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                    An
          Königliches Stifts-Amt
                 zu Northeim
 
 
Nachdem ich, Oeconom Keerl, am
22. v. Monats vom hies. Stifts-Amte
aufgefordert und instruirt, ein Grund-
stück, (Angerboden) vor Denkershausen
am Osterbrunnen (1) belegen, für König-
liche Kloster-Kammer zu taxieren,
so begab ich mich am 27. v.M. nach Den-
kershausen, um die fragliche Arbeit vor-
zunehmen, auch hatte sich der vom Stifts-
Amte als Anweiser bestimmte Fr. Wahs-
hausen aus Denkershausen eingefunden,
welcher mir die Begrenzung des fraglichen 
 
Grund-
  
 Hier fehlen Teile des Dokumentes!
  

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No. 1778
 
   Durch die ausgeführte Generaltheilung der Koppelhuden
vor Wiebrechtshausen, über welche der Peceß unterm 16.
März 1863 von Königlicher Landdrostei zu Hildesheim be-
stätigt worden ist, sind nachbezeichnete, die Grundsteuer-
Veranlagung berührende Grundbesitz-Veränderungen 
bewirkt worden:
     1, das Klostergut Wiebrechtshausen, dessen fernere
Theilnahme an Gemeinde- und Koppelweiden bis auf die 
Mitweide in der Mandelbecker Klosterforst abgestellt ist,
hat als Abfindung erhalten:
     a,  die sämmtlichen, nach Abzug für Wege etc. zu
210 Mg 67 ?? ermittelten bisherigen Gemeindeänger
in der Feldmark Wiebrechtshausen, sowie in der Feld-
mark Denkershausen 39 Mg 10 ?? bisher Gemeindean-
ger am s.g. Denkershäuser Teiche und 2 Mg 22 ?? eben-
falls bisher Gemeindeanger am Osterbrunnen (1)
     und zwar zum privativen Eigenthum;
     b,  die bisher gemeinschaftliche Weide auf den, bis auf
wenige Grundstücke dem Klostergute selbst gehörenden
sämmtlichen Äckern ad 116 Mg 118 ?? und sämmtli-
chen Wiesen ad 60 Mg 36 ?? in der Feldmark
Wiebrechtshausen zur privativen Benutzung.
     2,  die Klosterdomaine Brunstein hat für das Auf-
geben eines Theiles ihrer bisherigen Mitweiderechte, na-
 
ment-
  

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mentlich in der Feldmark Wiebrechtshausen, als Abfindung,
außer einer steuerfreien, zu 34 Mg ermittelten Sumpf-
und Teichfläche, 82 Mg 43 ?? bisherigen Gemeindeanger
am s.g. Denkershäuser Teiche in der Feldmark Denkershau-
sen zum privativen Eigenthum überwiesen erhalten.
     3,  Aus der der Gemeinde Denkershausen durch die Ge-
neraltheilung des Gemeindeangers am s.g. Denkershäuser
Teiche zugefallenen Abfindung hat dieselbe 20 Mg 69 ?? 
der ferneren Gemeindeweide entzogen, und zu Wiese
aptirt. (3)
     Nachdem diese Veränderungen, insbesondere auch die aus
den Angerbodenabfindungen des Klosterguts Wiebrechtshau-
sen und der Krondomaine Brunstein inzwischen entstan-
denen Neubrüche, instructionsmäßig untersucht, auch die 
erforderlichen Schätzungen durch den Directions-Oberboni-
teur (2) Wedekin hieselbst beschafft sind;
   so wird nunmehr behuf Berichtigung der Grundsteuer-
Veranlagung Folgendes erkannt:
                                  §1
     Die vorbezeichneten Abfindungen des Klosterguts Wie-
brechtshausen und der Krondomaine Brunstein, welche
theils cultivirt sind, theils als privative Weide benutzt
werden, sowie die von der Gemeinde Denkershausen zur
Wiese aptirten 20 Mg 69 ?? sollen in den Grundsteuer-
 
Mut-
  

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Mutter-Rollen von Wiebrechtshausen und Denkershausen
in der Weise zur Grundsteuer veranlagt werden, wie
das sub
lit. A
 
angeschlossene Zugangsverzeichniß näher ergiebt.
   Den Neubrüchen sind, da sie aus dem Jahre 1864 her-
rühren und zeitig angemeldet erscheinen, die gesetzlichen
8 Freijahre pro 1. Juli 1865 bis 1873 zugestanden, wäh-
rend welcher daher nur die privative Weidesteuer zu ent-
richten bleibt.
                                    §2
     Da das Klostergut Wiebrechtshausen an Gemeinde-
und Koppelweiden nur noch in der Mandelbecker Klosterforst
ferner Theil nimmt, im Uebrigen aber die bisherige ge-
meine Weide auf sämmtlichen Äckern und Wiesen der
Feldmark Wiebrechtshausen privativ zugewiesen er-
halten hat,so soll die für dasselbe unter Haupt-No.
1, lfd. No. 79 der Grundsteuer-Mutter-Rolle von Wie-
brechtshausen zu 503 rth 8 gg Steuer-Capital veran-
lagte Gemeindeweidesteuer nach dem durch Schätzung
ermittelten Verhältnisse der Weide auf der in das
privative Eigenthum übergegangenen Abfindung an
Angerboden (210 Mg 67 ??, 39 Mg 10 ?? und 2 Mg
22 ?? ) zu seiner gesammten bisherigen Weide-
 
nutzung
  

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nutzung auf Ängern, Wiesen, Äckern und in Forsten,
um zwei Drittel (91 1/3 gemeine Kuhweiden zweiter
und 18 2/3 gemeine Kuhweiden dritter Abtheilung = 335 rth
13 gg 4 pf Steuercapital) vermindert werden.
                                    §3
   Für den theilweisen Ausfall, welchen die Krondomaine
Brunstein für die nach §1 zu neuer Veranlagung kom-
mende Abfindung an ihrer bisherigen Gemeinde- und
Koppelweide erlitten hat, soll die für selbige unter Haupt-
No. 185 lfd. No. 65 der Grundsteuer-Mutterrolle von
Holtensen zu 358 rth 8 gg veranlagte Gemeindeweide-
steuer, der nach demselben Principe, welches im §2
angegeben ist, ausgeführten Schätzung gemäß, nun Ein
Fünfzehntel (II 137/150 gemeine Kuhweiden 1/5 zweiter, 4/5
dritter Abtheilung = 23 rth 21 gg 4 pf Steuer-Capital) ver-
mindert werden.
                                    §4
   Die in den bisherigen Gemeindeängern der Feld-
mark Wiebrechtshausen , jetzt in der Abfindung des
Klosterguts, mitbegriffenen 37 Mg 108 ??, welche zur
Hälfte als culturbare und zur anderen Hälfte als uncul-
turbare Forstblößen, jedoch überhaupt als steuerfrei, in
den unter Haupt-No. 1 lfd. No. 78 der Grundsteuer-Mutter-
Rolle von Wiebrechtshausen zu 2177 Mg 50 ?? be-
 
schrie-
  

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schriebenen Klosterforsten speciell veranlagt stehen, sollen von
diesen Forsten abgeschrieben werden, wodurch sich indeß das
Steuer-Capital nicht ändert.
                                     §5
     Die obigen Zu- und Abgänge treten hinsichtlich der Grund-
steuer-Zahlung mit dem Beginn des nächsten Rechnungs-
jahrs, am
                             1. Juli 1866
in Kraft.
     Den Betheiligten bleibt eine Recursfrist von 4 Wochen
vorbehalten.
                         Göttingen, den 4. Juli 1865
                          Königliche Steuer-Direction
 
                                        Lang
 
 
                        Grundsteuer-Berichtigungs-
                                 Entscheidung
                                        für
                       die Gemeinde Denkershausen
                                 Amt Northeim
  
  
 (1) - Osterbrunnen - siehe Flurnamen Öffnet internen Link im aktuellen Fenster>lesen
 (2) - von Amts wegen eingesetzter Schätzer od. Gutachter
 (3) - Nutzungsänderung
  
 Gemeindeanger = Weideflächen