1866 - wat den Eenen sin Uhl, is den Annern sin Nachtigall

Damit wollten die Denkershäuser sich ein neues Geschäftsfeld aufbauen, nachdem die Oelmühle Wiebrechtshausen vermutlich doch an den Problemen der Wasserwirtschaft durch die Teichabsenkung später zu Grunde ging.

Man kam auf die Idee, selbst eine Mühle zu errichten. Die Fläche war auch bereits ausgeguckt. Nicht aber die Vorgehensweise mit allen Reihehausbesitzern.

Es kam vermutlich zu heftigen Wortgefechten. Zusätzlich wurden die benachbarten Mühlenbetreiber von Lagershausen und Holtensen befragt.
Die hatten selbstverständlich ihre eigenen Interessen und zogen massiv zu Felde, war doch eine Konkurenz zu verhindern.

Mit dieser Anhörung wurde das Projekt dann auch beerdigt, es fanden sich nicht genug Genossen um eine neue Mühlengenossenschaft zu gründen.

 


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Geschehen Amt Northeim den 3. 1.1866
 
 
   Der Krondomainen-Pächter
Lodemann aus Brunstein erklärt:
Die Gemeinde Denkershausen
oder die dortigen Reihehausbe-
sitzer beabsichtigen, ihre zu bauende
Wassermühle auf einer dem König-
lichen Krongute gehörenden Wiese
nebst Fischteich im Dorfe, von
der Größe einiger Quadratruthen , zu
errichten, haben aber die nöthige
Fläche noch keineswegs durch
Kauf oder Tausch erworben, wes-
halb ich beantrage, denselben
jede Handlung eines Eigenthü-
mers an der Fläche zu verbieten.
   Wegen der Mühlenanlage, die an
sich wünschenswerth ist, habe ich
übrigens keinen Widerspruch
 
an
  

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anmelden wollen und können.
     Vorgelesen und genehmigt.
 
Hierauf
erschienen folgende Denkershauser
Reihehaus-Besitzer:
1,  August Kulp,
2,  Wittwe Louise Rust, geborene
     Hasper,
3,  Stellmacher Fr. Voss,
4,  Wilhelm Armbrecht,
5,  August Macke,
6,  August Müller
und trugen vor:
   Die Mehrzahl der übrigen Den-
kershauser Reihehausbesitzer hat
uns nicht mal gefragt, ob wir
an dem Unternehmen der Grün-
dung einer Genossenschafts-Korn-
mühle uns betheiligen wollen,
oder nicht. In einer durch die
Trommel zusammenberufenen
 
Ver-
  


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Versammlung haben die Uebrigen
den Beschluß gefaßt. Wir bezwei-
feln die Rentabilität der Mühle
und wollen keinen Theil an dem
Baue haben.
Der Wassermangel der Lagershauser
und Wiebrechtshauser Mühle würde
auch diese neue Mühle bei uns
drücken.
Amtsseitig ist eröffnet, daß die
Gesetze über Gemeindebeschlüsse auf
solche Genossenschafts-Angelegenheiten
sich nicht erstrecken, ihre Bethei-
ligung an dem Mühlenbaue da-
her gegen ihren Willen nicht
denkbar sei.
Endlich
erschien der Mühlenbesitzer Hent-
ze aus Holtensen und melde-
 
te
  

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te Protest gegen den Denkershauser
Mühlenbau mit folgender Begründung
an:
   Ich habe noch nie eine Beschwerde
von Denkershausen darüber ver-
nommen, daß sie zu lange auf
das Mahlen ihres Mahlguts hätten
warten müssen, niemals hat ein 
Denkershauser 2 bis 3 Tage darauf
zu warten nöthig gehabt, vielmehr
höchstens am Tage nach der Anlie-
ferung sein Mehl oder Schrot
bekommen. Der Weg über den
Berg, ein Fußweg, beträgt von
Denkershausen nach meiner Müh-
le allerdings über eine halbe
Stunde und ist zu Zeiten we-
gen Schnee oder Morast für
 
Last-
  

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Lastträger nicht gangbar, der Weg
über Wiebrechtshausen allerdings
über eine Stunde.
   Uebrigens leugne ich, daß ein
Bedürfniß der Denkershauser für
eine dortige Mühle bestehe und be-
antrage, da meine Mühle, wie-
wohl sie seit dem Bestehen der
neuen Northeimer Rhume-Mühle
an Kunden gewonnen hat,
durch eine Denkershauser Mühle
leiden würde, eine abschlägige
Bescheidung der Bittsteller.
     Vorgelesen und genehmigt.
Beglaubigt
Uslar-Gleichen         (St)
 
        2 Groschen 5 Pf Cop.
  
 
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             Abschrift
                 für
         den Gemeinde-
            Vorstand
                zu
        Denkershausen
 
Nr. 18 d.G.R.
2 Gr 5 Pf Cop. zu   
zahlen in die 
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und 3 Gr Zustellungsgebühr