1867 - Wehret den Anfängen

sagte sich der König von Preußen und ermahnte seine Bürger nochmals zur Steuerehrlichkeit. Hatte er vielleicht schon Anlass zur Sorge? Wir wissen es nicht, aber der öffentliche Aufruf über die Verantwortlichen der Gemeinde schien notwendig zu sein.

So lesen wir hier alles über Gewerbe und deren Steuerpflicht, oder auch nicht. In jedem Fall war ein Eintrag in die sog. Steuerrolle absolute Pflicht. Nichtbefolgung zogen erhebliche finanzielle und Strafen nach sich.

 

 

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     Der Gemeinde-Vorsteher hat bekannt
zu machen, daß nach dem 1. Juli
1, Jeder, der ein Gewerbe, es mag steuerfrei
   oder steuerpflichtig sein betreiben will
2, Jeder, der sein bis dahin steuerfreies Ge-
    werbe dahin ausdehnen will, daß es steuer-
   pflichtig wird,
3, Jeder, der den Betrieb seines bisherigen
   Gewerbes im Orte aufgeben will
4, Jeder, der ein Gewerbe umherziehend be-
   treiben will und dazu eines Gewerbe-
   scheins bedarf,
   in den drei ersten Fällen sogleich und
   im letzten Falle jährlich zur Zeit, wenn
   die Aufnahme der Steuerrollen geschehen
   soll und spätestens drei Monate vor
   Ablauf des Jahres bei der Ortsbehörde
   Anzeige machen muß, daß wer die An-
   meldung des Anfangs oder Aufhörens 
   eines nicht steuerpflichtigen Gewerbes
   unterläßt, in 1 rth Strafe verfällt,
   wer den Anfang eines steuerpflichti-
   gen Gewerbes nicht anzeigt, neben
   der rückständigen Steuer eine Strafe
 
zu
  

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zu erlegen hat, die dem vierfachen
Betrage der einjährigen Steuer gleich-
kommt, wer das Aufhören eines steuer-
pflichtigen Gewerbes nicht anzeigt, zur
Zahlung der Steuer verpflichtet bleibt,
und daß, wer ein Gewerbe umherziehend
betreibt, ohne sich durch Vorzeigung
eines für ihn ausgestellten Gewer-
bescheins des laufenden Jahres auswei-
sen zu können, nicht nur die rück-
ständige Steuer, sondern auch als Strafe
den vierfachen Betrag der einjährigen
Steuer zu zahlen und die Confiscation
derjenigen Gegenstände, die er wegen
seines Gewerbes bei sich führt, zu ge-
wärtigen hat.
     Der Gemeindevorsteher hat die
geschehenen An- und Abmeldungen
seitens der Handel- und Gewerbetreibenden
in das angeschlossene Gewerbesteuer-
Notiz-Register einzutragen, auch
von jeder An- und Abmeldung sofort
einen Auszug dem Amte einzureichen.
   Jedem, der zum Betriebe eines
Gewerbes sich gemeldet oder an-
 
ge-
  

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gezeigt hat, daß er sein Gewerbe zu
betreiben aufhören, ist stempel- und
gebührenfrei von dem Gemeindevor-
steher eine schriftliche Bescheinigung darü-
ber zu ertheilen.
 
Northeim den 27. Juni 1867
Königlich Preuß. Amt
 
(Unterschrift) (?A. Grote?)
 
 
An
den Gemeinde-Vorsteher
     zu   
             Denkershausen                 
  

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An
die Syndiken der Gemeinde
Denkershausen
H. Wedekind und C. Wahshausen