Teil III - Hute + Weide

Ein anderes Dokument zeigt nochmals die wohl problematischen Verhältnisse vor den Toren Denkershausens in Sachen von Hüten + Weiden.

Allerdings ist kein Datum verzeichnet, aber es hat sich wohl nach 1777 zugetragen nachdem bereits 1654 in einem Dokument alles geregelt war.

Am Ende bekam die Gemeinde

a.       Sechs Pfund Schaaf-Käse

b.       Zwölf Mariengroschen

 

als Entschädigung zugesprochen.

 



          
                  Auszug

aus dem Lagerbuche der Dorfschaft
        Denkershausen.

   Von den Weide Interessenten.

I.   Vom Closter Wiebrechtshausen pag. 198  (1)
      & 199

Das Closter Wiebrechtshausen praeten-
diret (2) zwar die Coppel Huede mit allen
Vieh, in ganzen Denkershäusischen Felde
Allein die Commune gestattet ihm nur die
Durchtrift mit denen Güsten (3) Schaafen nach
Mandelbeck, und zwar solchergestalt, daß wenn
das Feld offen, der Schääfer alsdenn nicht über
den Pfingst-Anger, sondern übers Feld, nach
Mandelbeck ziehen dürfe.
    Der jezige Amtmann von Wissel, wollte
zwar in Vergangenen Jahre in possession (4)
zu kommen suchen, allein! die Commune
widersetzte sich besonders wegen der Langen
Rohde, und es kam zum schriftlichen Ver-
fahren, welches noch jezo dauert, und in welchem,
wenn noch 2 Schriften, die Replic und Duplic
verhandelt, von hiesigem Amte gesprochen werden
                         wird.




(1)    pag.:  von pagina = Seite
Quelle:  Universal-Wörterbuch Latein, Langenscheidt

(2)    praetendieren:  Anspruch erheben
Quelle.  Fremdwörter Duden, Dudenverlag

(3)    Güsten:  unklar

(4) possession:  Besitz



 


Von der Schäferey pag. 312 bis 316 incl.
Die Communen Hohnstedt Edesheim und
Vogelbeck haben die der gnädigsten Herrschaft
zuständigen Schäfereyen gepachtet, und nuzen
also die Schaaf-Huede vor ihren Dörfern selbst,
die Commune Denkershausen aber hat kei-
ne Schäferey, und wird ihr ganzes Feld mit
den Brunsteinischen milchenden Schafen be-
trieben, /: vide Supra pag. 199 siq. :/ wie denn
die Worte des alten Amts Lager Buchs de
1654 folgender maaßen lauten.
        Vor Denkershausen ist niemahls eine
Schäferey gewesen, sondern das Amt betreibt
die Veldtmarck, mit den Amts-Schaafen. Das
Closter Wübbereshausen hat nur den Durch-
zug vor Alters durch die Denkershäusische Veldt-
marcke ufs Mandelbecksche Veldt, und Gehölze
gehabt, und noch. Aber in diesen Kriegswesen,
hat das Closter sich der mithuede uf der Den-
kershäusischen Veldtmarcke gebrauchet, wel-
die Dorfschaft nicht verwehren, aber im Dorfe
seyn sie dem Closter der Huede nicht ge-
ständig, ist auch niemals gebräuchlich gewesen.
Wobey angemercket werden muß:
1.    daß, wie auch bereits Supra pag. 198
gezeigt worden, die Commune gegenwär-
tig mit dem Closter Wiebrechtshausen

                                                      in
 



in Proceß gerathen, und dem Closter blos
den Durchzug nach Mandelbeck, keinesweges
aber eine Mithuede gestatten will.
2. daß die Commune im Jahr 1777 mit de-
nenjenigen, welche Schaafe halten, und ihr
Vieh, des Herbsts, wenn es aus der Hürde
kommt, und des Frühjahrs, ehe es in die
Hürde kommt, weiden, in einen Proceß
gerathen, der durch das Decret de 2 ten Sept.
1777 folgender maaßen entschieden:
           daß Implorantische Gemeinde nicht schul-
           dig, denen Imploraten, auf dem Anger
            unter Friedrich Sanders Hause, auf de-
            nen Gemeinde Wiesen, unter dem
            Dorfe, auch auf dem Gemeinde Grabe
            Lande, die Huede mit denen Schaafen
            zu verstatten, und daß Imploraten nur
            berechtiget, mit dem Schaaf-Vieh an
            denen Orten zu hüten, woselbst die
            Amts Brunsteinischen Schaafe zu
            weiden, die unleugbahreste Befug- 
            niß haben.
3. Und daß das Closter Wiebrechtshausen
     für den Durchzug der Schaafe nach Man-
     delbeck, jährlich:
               a.    Sechs Pfund Schaaf-Käse

                                                     und           
                                                          b.
 



b.  Zwölf Mariengroschen
an die Commune Denkershausen be-
richtigen muß.