Gemeindeausschuß-Protokolle - Jahrgang 1934

Es werden behandelt:

  • Die NDSAP tritt erstmals im Protokoll auf. Nur wer war der Ortsgruppenleiter?
  • Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr
  • Eine Einspeisungspumpe zur Wasserversorgung soll angeschafft werden.
  • Die Molkerei bekommt eine Parzelle geschenkt!

Anmerkung: Erinnern wir uns an die vielfältigen Anträge von Hilfsbedürftigen aus den früheren Jahren, so erscheinenen ab 1934 nur noch wenige.
Die unselige Geschichte des RAD (Reichsarbeitsdienstes) zeigt ihre Wirkung bereits ein Jahr nach der Machtergreifung auch hier im Ort.
Aus Gemeindeausschußmitgliedern wurden Gemeindeälteste. Aus Demokraten wurden Nationalsozialisten.

 

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Anwesend
D.Amtswalter d. NSDAP
Rudolf Eggers
Erich Leimeister
Hermann Henne
Kurt Rohne
Karl Henne
Aug. Jahns

  Gemeindevorsteher
W. Lüdecke
Aug. Ebbecke
Aug. Otte
Aug. Kulp
Fr. Bode
Wilh. Armbrecht
Alb. Eggers

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Denkershausen, d. 10. Januar 1934
 

     In der auf heute vom Ortsgruppen-
führer der N.S.D.A.P. einberufenen Sit-
zung des Amtswalter der N.S.A.P.
und der Gemeindevertretung erschienen
die hierneben Verzeichneten
   der unterzeichnete Gemeindevorsteher
stellt fest, daß die Sitzung rechtzeitig
bekannt gegeben ist und auch beschluß-
fähig ist.
            Der Ortsgruppenführer der N.S.D.A.P.
eröffnet die Sitzung und nach vorgängiger
Verhandlung wird das Nachfolgende beschlossen
bezw. bestimmt.
  Als erstes gibt der Ortsgruppenführer
bekannt daß der Stützpunktleiter Leimeister
seines Amtes durch ihn enthoben sei und
er den Gastwirt Aug. Seeger als Stützpunkt-
leiter bestimmt habe.
Zweitens werden in den Gemeinderat
vorgschlagen:
1. August Otte
2. August Seeger
3. Friedr. Bode
4. Albert Eggers
6. August Ebbecke
7. August Kulp
5. Wilhelm Armbrecht
8. Friedrich Wolter

     Hierauf wurde die Sitzung ge-
schlossen.

 

        V. g.  u.
              W. Lüdecke

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Gegenwärtig:
W. Lüdecke Gemeindevorsteher
W. Armbrecht
Aug. Kulp
H. Wehrmann
J. Cornehl
W. Müller
Aug. Ebbecke
W. Rimrodt
J. Renziehausen
A. Jahns
A. Heese
R. Henne
B. Washausen
R. Sander
W. Albrecht
W. Kulp
Al. Otte
A. Otte
A. Asmus
a. Seeger

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Denkershausen 10.4.34

 

    In der auf heute angesetzen
Versammlung der Feldmarks-
genossen erschienen die hierneben
verzeichneten.
   Es wurde Nachfolgendes
beschlossen.
1. Wegen Jagdpacht soll mit
Klostergutspächter Ruhe neu ver-
 werden handelt werden ein alt W…
… unter 300  RM gesetzt.
2. Die vom Herrn Landrat
angeordnete Mäusevertilgung
soll durchgesetzt werden.

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Gegenwärtig:
W. Lüdecke Gemeindevorsteher
Aug. Otte
Friedr. Bode
Aug. Kulp
Aug. Ebbecke
Wilh. Armbrecht
Alb. Eggers
Friedr. Wolter
Aug. Seeger
Geg. Gieemann
Aug. Jahns

81
Denkershausen, 8.5.1934


      Der unerzeichnende Gemeindevor-
steher hatte den Gemeindeausschuß
zusammengerufen und legte dem-
selben den aufgestellten Haushalts-
plan vor. Der Ausschuß ist einver-
standen, irgend welche Einwändungen
wurde nicht erhoben.
      Der Haushaltsplan soll nach
der Auslegung dem Kreisausschuß
zur Genehmigung vorgelegt werden.

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Anwesend:
W. Lüdecke
K. Eggers
A. Ebbecke
A. Eggers
Ad. Heese
H. Cornehl
W. Ebbecke
A. Sander
A. Jahns
L. Otte
W. Sander
H. Wehrmann
R. Giesemann
C. Rohne
R. Ramberg
W. Albrecht
H. Cornehl
Fr. Bode
H. Giesemann
E.Klockmann
A. Seeger
H. Müller
A. Kulp
A. Körber
A. Asmus
R. Ebbecke

82

Denkershausen  18.6.1934

     Zwecks Gündung einer Freiwilligen
Feuerwehr und Berechnung über eine
Pumpanlage an die Wasserleitung
wurde auf heute  Versammlung der
Gemeindemitglieder einberufen in
der die nachfolgend verzeichneten er-
schienen.
Um den vom Überlandwerk Süd-
hannover an der Überlandleitungen tel-
nehmenden Herren die Zeit nicht zu
sehr auszudehnen, wurde Punkt II
vorgweggenommen.
Die Anwesenden erklären sich
förmlich einverstanden, eine Pump-
anlage im Heller anzubringen
um dieses Wasser in die Leitung
reinzudrücken, um damit einer
Knappheit vorzubeugen.
Der Kostenpunkt beträgt nach
vorheriger Berechnung rund 1000 RM.
2.   Für die Bildung einer Freiwilligen
Feuerwehr erklärten sich 17 von 28
Anwesenden – Da jedoch zu große
Kosten – Feuerspritze u. Steigeturm u.s.w.
entstehen würden soll der Herr Landrat
gebeten werden, von der Bildung
einer Friweilligen Feuerwehr vorläufig Abstand
zu nehmen.
      V.   g.    u.
          W. Lüdecke

Anmerkung: Siehe dazu auch Wasserleitung

Dscn325

Anwesend:
W. Lüdecke
Gem.V.
Kahmann
Aug. Ebbecke
Wilh. Armbrecht
Aug. Kulp
Aug. Seeger
Alb. Eggers
Fr. Bode
Außerdem der
Vertreter des

Überlandwerkes

Südhannover
Kindlerr

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Denkershausen d. 3.7.1934


In der auf heute angesetzten Sitzung
der Gemeindevertretung erschienen die
hierneben verzeichneten Mitglieder.
Nach vorgängiger Verhandlung wurede
das Nachfolgende beschlossen.
Um die Wasserleitung in den Stand zu-
setzen, daß Wasserkanppheit nicht mehr
vorkommt soll ein Pumpwerk im
Heller angelegt werden, um dieses
Wasser in die Leitung einzudrücken.
Die Kosten im Betrage von rund 1200
RM sollen in und anderen Positionen
des Gemeindehaushaltes eingeplant
werden. Das Überlandwerk Süd-
hannover wird mit der Lieferung
des Pumpwerkes beauftragt. Dieses
übernimmt für vollständige Lei-
stung der Anlage volle Garantie.

          V.          g.            u.
               W. Lüdecke

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Gegenwärtig
W. Lüdecke G.M.
A. Kulp
A. Ebbecke
A. Seeger
W. Armbrecht
Fr. Wolter
Beigeordneter.
A. Jahns

84

Denkershausen d. 6. November 1934

       In der auf heute angesetz-
ten Versammlung der Gemeindevertretung
erschienen die hierneben verzeichneten Mit-
glieder derselben,
          Nach vorgängiger Erklärung durch
den Gemeindevorsteher wurde das
Nachfolgende beraten.
1). Die Molkerei Denkershausen, eingetr. G.
mit unb. H. hat im Jahr 1900 auf ein
Grundstück der Realgemeinde Denkers-
hausen einen Holzschuppen gebaut, ohne
Daß eine Eintragung ins Grundbiuch erfolgte.
Bei der kurz darauf einsetzenden Verkoppelung
wurde dieses Grundstück unter der Bezeichn-
nung „Parz. 9. der politischen Gemeinde
überwiesen. Da nun jetzt eine Eintrag-
gung des gesammten Grundstückes der
Molkerei erfolgen soll, hat die Gemeinde
noch ihre Einwilligung betreff Parz. 9 dazu geben
Die anwesenden Gemeindevertreter
sind dafür, daß fragliche Parzelle 9.
ohne jegliche Weiterungen oder Ein-
schränkungen der Molkerei als Eigen-
tum übertragen wird.
       Der Gemeindevorsteher bestimmt
hierauf im obigen Sinne, daß die ge-
nannte Parzelle 9. Des Kartenblatte 2 der
Gemarkung Denkershausen als freies Eigen-
tum der Molkerei Denkershausen eingetr.
G.m.bH. zugutschrieben wird. Die
Kosten die durch die Erstschreibung u.
s.w. enststehen, hat die Erwerbin
Molkerei Denkershausen zu tragen

Dscn331

 

2). Die Bürgersteuer soll im Jahre
1935 mit dem einsetzenden Landes-
satze zur Erhebung gelangen.
3). Dem Antrag des Klostergutpächters
Kahmann auf Ersattung der Kosten
zur Instandsetzung und Reparatu-
ren der Wasserleitung im Betrage
von 143,65 RM wird zugestimmt.
4). Der Antrag des Arbeiters W. Ebbecke
wegen Anschluß an die Wasserleitung
soll, wenn möglich, in das nächste
Rechnungsjahr verschoben werden.

                      V.  g.

                            W. Lüdecke

Dscn334

Anwesend:
Der gesamte Gemeindevorst.

86

Denkershausen den 4.12.1934

   Der Gemeindevorsteher hatte
die Gemeindevertreter auf heute un..
zusammengerufen, um dieselben
nach den neuesten Bestimmungen
in ihr Amt zu berufen und
zu vereidigen.
     Nach dem die Sitzung eröff-
net war, ermunterte der Gemeinde-
vorsteher die Gemeindeältesten noch-
mals stets in den Sitzungen
nach den Worten zu handeln‘
„Gemeinnutz geht vor Eigennutz
Ferner erinnerte so sie mit
festen Worten an die Schweigepflicht.
Darauf ging die Vereidigung
vor sich indem der Gemeindevorsteher
hier den Eid vorsprach und die

Gemeindeältesten ihn stehend mit
erhobener Rechten nachsprachen.
Dann wurde ihnen das Beru-
fungsschreiben überreicht und da
sonst nicht auf der Tagesordnung
stand die Sitzung geshlossen.

             Vorgel.           gezeichnet
                     W. Lüdecke

 

Der Gemeindeälteste

Wer wurde Gemeindeältester?
Hier ein Auszug aus dem neuen Gemeindeverfassungsgesetz:

  • sonstige erfahrene und verdiente Männer unter Berücksichtigung der Berufsstände, die die Gemeinde prägen, auf die Dauer von 6 Jahren, wobei alle 2 Jahre ein Drittel auszuscheiden hatte.

    Die Berufung der Gemeinderäte erfolgte durch die Aufsichtsbehörde auf Vorschlag des Gauleiters der NSDAP.
    Quelle: http://de.wikipedia.

Bauer Friedrich Bode gehörte zu diesen verdienten Personen.

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