Steuerfragen

Betrachtet man die Zahl der awesenden Bürger zu dieser Versammlung, so war das Interesse immens. Ging es doch um die eigene Sache und die konnte schon einmal in unserem kleinen Dorf existenziell werden. Steuergerechtigkeit war schon immer eine heikle Angelegenheit und traf meist, gefühlt jedenfalls, immer die falschen.

 

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zu Denkershausen den 4 Januar 1895
     In der heutigen Gemeinde (Ausschuß)
1  Vertreter der Realgemeinde  52Versammlung, welche, wie der unterzeich-
2              der Klosterkammer      13nete Gemeindevorsteher damit bezeugt,
3  August Armbrecht                         2unter allgemeiner Angabe des Zweckes recht-
4  Friedrich Eggers                              1zeitig in ortsüblicher Weise bekannt ge-
5  Wilhelm Sander Maurer              3macht war, erschienen die hierneben/anliegend
6  Friedrich Albrecht                          6verzeichneten Gemeinde (Ausschuß) Mitglieder.
7  August Sander                                 4Da überhaupt 136 Stimmen (Ausschuß-) Mitglie-
8  August Wolf                                      4der in der Gemeinde vorhanden sind, so
9  Heinrich Michaelis                         1war die Versammlung beschlußfähig.
10  Hermann Bode                              3Nach vorgängiger Verhandlung wurde
11  Friedrich Voß                                 8Mit 128 Stimmen beschlossen:
12  Eduard Otte                                    4
13  Ferdinand Müller                         2Die Gemeindeabgaben in Gemäßheit der
14  Heinrich Wehrmann                    4Bestimmungen des Communalabgaben-
15  August Meinecke                          2gesetzes von 14. Juli 1893 nach dem Maßsta-
16  Wilhelm Sander Köthner           2be der vom Staate veranlagten Grund-
17  Wilhelm Sander Tischler           2stücke und Gewerbesteuer sowie der
18  Friedrich Bode                               7?Ein? kommensteuer unter Einschluß der
19  Wilhelm Wedemeier                  1?? Einkommen bis zu 900 Mark der in Ge-
20  August Lüdeke                               4mäßheit des § 74 des Einkommensteuer-
21  August Otte                                     3gesetzes vom 24. Juni 1891 fingirten Einkom-
22  August Jörges                                 2mensteuer zu vertheilen, und zwar die
23  Louis Kulp                                        1Grund-, Gebäude- und Gewerbesteuer, sowie
24  August Kulp                                     3die Einkommensteuer zu gleichem Pro-
25  Wilhelm Eckhardt                         1centsatze und die Einkommensteuer mit
                                                 136dieses Procentsatzes heranzuziehen
daß jedoch die Einkommensteuer nicht
mit einem höheren Satze wie die ?Rest-?
steuern und höchstens mit 100 % und
daß auch die Betriebssteuer höchstens in
100 % herangezogen ????
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135
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     In gleichem Maße wie die in der hiesi-
gen Gemeinde wohnenden physischen Per-
sonen sollen zu den Gemeindeabgaben
auf Grund des Communalabgabengeset-
zes vom 14. Juli 1893 herangezogen wer-
den:
     1, diejenigen Personen, welche in der
     Gemeinde ohne in derselben einen 
     Wohnsitz zu haben, Grundvermögen,
     Handels oder gewerbliche Anlagen,
     einschl. der Bergwerke, haben, Han-
     del oder Gewerbeoder außerhalb
     einer Gewerkschaft Bergbau betreiben oder als Gesell-
     schafter an dem Unternehmen einer
     Gesellschaft mit beschränkter Haf-
     tung betheiligt sind, hinsichtlich des ih-
     nen aus diesen Quellen in der Ge-
     meinde zufließenden Einkommen,
     2, Actiengesellschaften, Kommanditge-
     sellschaften auf Actien, Bergwerk-
     schaften, eingetragene Genossen-
     schaften, deren Geschäftsbetrieb über
     den Kreis ihrer Mitglieder hinaus-
     geht (insbesondere Konsumverei-
     ne mit offenen Laden) und juri-
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     stische Personen (insbesondere auch Gemein-
     den und weitere Kommunalverbände),
     welche in der Gemeinde Grundvermögen,
     Handels oder gewerbliche Anlagen, ein-
     schließlich der Bergwerke haben, Handel und
     Gewerbe einschließlich des Bergbaues betrei-
     ben, oder als Gesellschafter an dem Unter-
     nehmen einer Gesellschaft mit beschränk-
     ter Haftung betheiligt sind, hinsichtlich
     des ihnen aus diesen Quellen in der
     Gemeinde zufließenden Einkommen,
     3, der Staatsfiscus bezüglich seines Ein-
     kommens aus den von ihm betriebenen
     Eisenbahn-, Bergbau und sonstigen ge-
     werblichen Unternehmungen, sowie aus
     Domainen und Forsten.
       Vorgelesen   Genehmigt
           Der Gemeindevorsteher
           gez. Armbrecht
                                                       Vor
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Vorstehender Beschluß ist in der Sitzung
am 5. Dezember 1895 genehmigt worden.
Northeim, den 14. Januar 1896
(Stempel)
Kreisausschuß                              (Unschrift)
des Kreises                       Königlicher Landrath
Northeim 

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