1897 - 8. Januar - Neuwahl eine Rechnungsführers und der Gemeindestier

Die Realgemeinde benötigte einen neuen Rechnungsführer. Bei einem Entgelt von 15 Mark jährlich gewiss nur ein Anerkennungsbetrag. Er wurde innerhalb der Gemeindevertretern wohl schnell gefunden und einstimmig gewählt, wobei sich der Kandidat gleich selbst mitgewählt hat.

Der Köther Hermann Meinecke wird abermals Pächter des Gemeinde-Stieres für 165 Mark im Jahr. Seine Verpflichtung gegenüber den anderen Köthnern, den Kühe und dem Stier selbst ist aber mit einigen Hürden verbunden.
Hier kann man es nachlesen.


Anmerku
ng: Beim Stier (oder auch Jungbulle) handelt es sich im ein noch nicht geschlechtsreifes Rind. Ist das Tier zeugungsfähig, wird es Bulle genannt.

Ein kastrierter Bulle wiederum wird als Ochse bezeichnet. Ochsen sind durch einen anderen Hormonhaushalt weniger temperamentvoll und daher besser als Arbeitstier geeignet.

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Geschehen
zu Denkershausen den 8 ten Januar
Anwesend1897
1. Aug. Armbrecht
2. Aug. Asmus    In der heutigen /Real/Gemeinde- (Ausschuß-) Ver-
3. Aug. Ottesammlung, welche, wie der unterzeichnete Gemeinde-
4. Aug. WolfVorsteher damit bezeugt, unter allgemeiner Angabe
5. Herm. Meineckedes Zweckes rechtzeitig in ortsüblicher Weise bekannt
6. Aug. Meineckegemacht war, erschienen die hierneben/anliegend verzeichneten
7. Wilh. GiesemannGemeinde- (Ausschuß-) Mitglieder. Da überhaupt
8. Ferd. Müller24 Stimmen (Ausschuß-Mitglieder) in der Ge-
9. Aug Lüdeckemeinde vorhanden sind, so war die Versammlung
10. Herm. Bodebeschlußfähig. *)
11. Herm. Henne
12. Hein. WaßhausenNach vorgängiger Verhandlung wurde
13. Fried. Albrechtmit/einstimmig 17 Stimmen beschlossen:
14. Ed. Otte
15. Aug. KulpWahl eines Realgemeinde-
16. Wilh. MackeRechnungsführer auf die drei
17. Hein. WehrmannJahre 1897  1898 und 1899 von
Januar 1897 an bis den 31. Decem-
ber 1899 mit den festgestellten
bißherigen Gehalt von 15 Mark
ohne jegliche neben Ver-
gütung für Wege und
Schreibmaterial und dergleichen,
nur die direckten Porto
werden ersetzt.
Bedingungen des Rechnungs-
führer sind 4 Wochen nach
Jahres-Schluß Rechnung zu
legen und Sorge zu tragen
daß keine Restanten ver-
bleiben und die Rechnung
in ordungsmäßiger 
Schrift nieder zu legen.
    *) Es muß mindestens 1/3 der vorhandenen Stimmen und
wo Ausschüsse sind, mehr als die Hälfte der Mitglieder vertreten sein.
Gesetz, die Landgemeinden betr., vom 28. April 1859, § 44 und 59.
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So mit wurde zur Wahl
geschritten und es wurde
der Köthner Wilhelm Macke
einstimmig mit 17 Stim-
men einstimmig gewählt
und erklärte sich die Wahl
anzunehmen.
Wurde der Gemeinde Stier
auf die 4 Jahre von 1. Mai
1897 bis den 1. Mai 1901 öffent-
lich mindestfordern ver-
dungen unter folgenden
Bedingungen.
Pächter hat stehts einen
ordentlichen angekörten
schrunkfähigen Stier zu
stellen. Deckzeit Morgens
Mittags und Abens ferner
hat Pächter den Stier
selber anzuschaffen so
wie Körungskosten und
Versicherungs Beträge auch
zu zahlen, sollte wieder
erwartet eine Krankheit
sich bei den Stier einstellen
die länger als 4 Wochen
dauert so hat Pächter die
Deckungskosten andersseits zu be-
zahlen oder sich die Deckungs-
kosten der Kühe die über
den Zeitraum der Krankheit
des Bullens entstehen ab-
ziehen zu lassen
Die Deckung der fremden
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wird Kühe wird Pächter
nicht untersagt wenn
den Gemeindemitgliedern
kein Schaden dadurch ent-
steht.
Pächter ist der bißherig Köthner
Hermann Meinecke, auch
zu den bisherigen Preise von
165 Mark, solches bekundet
derselbe durch seine Unterschrift
H. Meinecke
Vorgelesen   Genehmigt
Der Gemeindevorsteher
Armbrecht

 

 

 

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