1909 - Der Landrat versagt eine "Beihülfe" und verweist auf die Vergaberichtlinien..

Im ersten Dokument (ohne Datum - Öffnet internen Link im aktuellen Fenster>lesen) in der Wasserleitungsfrage sollte der Landrat um Unterstützung gebeten werden.

Diese Vorstellung musste schnell der Realität durch die Vorgaben des Landrates am 30. März 1909 weichen. Dazu gab es bekanntlich Richtlinien und die nicht erst im Jahre 1909, sondern schon vorher. Hier hatte sich der Gemeindeausschuß aber gründlich vergaloppiert.

Trotzdem blieb es am Ende beim Beschluss, nur musste sich das Trinkwasser aus dem Hahn etwas teurer erkauft werden, weil eigenfinanziert.

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Abschrift
Der Regierungspräsident 
J. No. I. VI. 398            Hildesheim, den 30. März 1909
     Auf den Bericht vom 25. Februar d. Jhs.-No. 38
G.- betreffend Wasserleitung für Denkershausen,
erwidere ich, daß nach den Grundsätzen für die
Bewilligung einer Westfondsbeihülfe es ganz
aussichtslos ist, eine Beihülfe zu bereits
begonnenen oder fertig gestellten Wasserlei-
tungen zu erlangen. Vielmehr muß eine 
Gemeinde mit dem Beginn des Baues
warten, bis die Beihülfe bewilligt ist.
     Da die Anträge auf Gewährung
von Westfondsbeihülfen allemal zum
15. September je den Jahres bei mir einge-
reicht werden müssen, die Entscheidung
auf die Anträge aber erst im Frühjahr
des nächstfolgenden Jahres frühestens zu
erwarten ist, so würde im vorliegenden
Falle die Gemeinde Denkershausen nicht
vor dem Frühjahr 1910 bauen können,
falls eine Beihülfe bewilligt wird.
     Nun haben aber sowohl im vori-
gen als auch in diesem Jahre nicht
alle
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     alle Anträge auf Beihülfen zu Ge-
meindewasserleitungen berücksichtigt
werden können, weil dazu die Mit-
tel des Westfonds nicht ausreichten.
Die zurückgestellten Anträge gehen
aber den neuen Anträgen vor, und
es kann sich daher wohl ereignen, daß
wiederum die pro 1910 gestellten neuen
Anträge nicht sämmtlich auf Erfüllung
rechnen können. Irgend eine Gewähr
für die Bewilligung einer Westfonds-
beihülfe für Denkershausen im Jahre
1910 kann ich daher nicht übernehmen,
möglicherweise muß die Gemeinde
noch länger warten.
     Da nun nach dem Schlußsatz
Ihres Berichts die Gemeinde sofort 
mit dem Bau der Wasserleitung be-
ginnen will, ersuche ich Sie, festzu-
stellen, ob dieser Entschluß von der
Gemeinde aufrecht erhalten und da-
mit auf eine Beihülfe aus dem West-
fonds verzichtet wird.
gez. Fromme
An den Herrn Landrat zu Northeim