Ein Pachtvertrag für eine Lehmkuhle

Der Sinn dieses Pachtvertrages erschließt sich einem nicht. Wozu gibt es einen Pächter für eine Fläche, wenn der Dritten gesstatten muss hier ebenfalls Nutzen ziehen zu können.

Denkbar wäre nur, als diese Lehmkuhle zur Lehmgewinnung vordergründig dem Pächter zur Verfügung stand. Bei höherer Inanspruchnahme sprich Ausbeutung durch Dritte wäre ein finanzieller Ausgleich durch die Gemeinde möglich gewesen.
Lehm war zu dieser Zeit der günstigste Baustoff schlechthin und damit wäre es verständlich, wenn der Pächter sich selbst zunächst mit Lehm zum Hausbau versorgte.

Bekannt ist vom Enkel Bernd Weise nur, das diese Fläche in den 70ziger Jahren von den Eltern gekauft und landwirtschaftlich genutzt wurde.


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    Pachtvertrag       
           
zwischen der Real-Gemeinde Denkershausen           
und dem Köthner Heinrich Wehrmann werden           
folgende Pachtbedingungen vereinbart.           
1. Die Gemeinde hat verpachtet an Heinrich Wehrmann           
die sogenannte Lehmkule auf 6 Jahre vom           
1. Oktober 1911 bis 1. Oktober 1917 jährlich zu 40 M           
2. Pächter ist verpflichtet jeden Gemeindemitgliede         
nach Bedarf sein Lehm von dem Grundstücke           
raus graben zu lassen, sollte das Grundstück           
im Laufe der Pachtzeit durch Gewindung           
von Lehm zu viel in Anspruch genommen           
werden so kann dem Pächter nach           
Vereinbahrung eine Vergütung           
zugesichert werden.           
Dieser Vertrag ist für die Gemeinde           
ausgefertig und urkundlich von           
Pächter unterschrieben.           
        Heinr Wehrmann   
           
    Zur Beglaubigung       
        Meinecke   
           
    Gemeindevorsteher       
 

Ein genaues Datum der Urkunde fehlt.