Bau - Wiederaufbau

Auf dem Gebiet des damaligen "Großeutschen Reiches", oder auch dem "Tausenjährigem Reich" gab es nichts, was nicht entweder völlig zerstört, oder reparaturbedürftig gewesen ist. Die Allierten hatten eine flächendeckende Arbeit geleistet.

Jetzt galt es das alles wieder funktionstüchtig herzustellen. War es die Infrakstruktur, war es das Eigenheim, waren es fehlender Wohnraum grundsätzlich.

Ein Mammutprogramm und jeder packte nach seinen Kräften und (finanziellen) Möglichkeiten mit an.

Aber so einfach ging alles nicht, es mangelte an allem. Ergo ging es nicht ohne Restriktionen seitens der Militärregierung voran.

Hier ein paar Fotos die das langsame Werden des Unterfangens "Aufbau" in Gang setzten. Später wurde es dann unser sogenanntes Wirtschaftswunder. (Nach der Währungsreform 1949)  Und das war gut so.
Gleichzeitig erinnert es aber auch an die vergangene DDR, hier war oft ein Sack Zement nur mit "Vitamin B" oder als "Bückware" zu ergattern.


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7. Sept. 1945

Bauwirtschaftliche Zulasssung von Bauvorhaben!

Um was ging es?

Gab es mit dem Kriegsende ein völliges Bauverbot, mußte jetzt schnellstens eine Änderung her. Es galt bauliche Sicherungsmaßnahmen zu ergreifen, die die zunächst wichtigste Infrastrktur wieder herstellen konnten.

Wie aber bewerkstelligen. Es herrschte überall Knappheit. Material, Transportmöglichkeiten, Arbeitskräfte, von allem war zu wenig vorhanden.

Hier kommt eine Auflistung, besser eine Prioritätenliste mit der Bauvorhaben in Angriff genommen wurden resp. Vorrgang vor allem hatten.

Damit aber nicht genug, mit einem Bauantrag mußte auch der Nachweis der vorhandenen Arbeitskräfte und des Materialbezuges nachgewiesen werden. Für Privatleute vermutlich ein eher ungünstiges Unterfangen.
17. Sept. 1945..und schon gab es unerlaubtes Bauen.
Die Androhung von strafrechtlichen Konsequenzen waren die Folge.
6. März 1946Dem früheren Bürgermeister Georg Giesemann wird eine Baugenehmigung für eine Erneuerung für eine Hofüberdachung, also für eine Sanierung, die Gemehmigung erteilt.
Heute wohl nicht mehr vorstellbar.

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22. Aug. 1947Der Bürger ist, wie schon immer, recht erfinderisch und geht seine eigene Wege.
Der vermeintlichen Plage des ungesetzlichen Bauens wurde man irgendwie doch nicht so recht Herr.
Ein "Baulenkungsrecht" droht jetzt mit Gefängnis- u. Geldstrafen, Beschlagnahme des Baumaterials etc.
15. April 1948Zuweisung auf Baustoffe und Genehmigung landwirtschaftlicher Bauvorhaben.

Die Lage am Baustoffmarkt hatte sich noch nicht entspannt. Also koppelte man jetzt Bauanträge mit dem Nachweis der Ablieferungspflicht von landwirtschaftlichen Produkten. Erst dann wurden Bauanträge bewilligt.
28. April 1948Landwirt August Kulp machte vermutlich als erster von der o.e. Anweisung seine Erfahrung.
11. Dez. 1948Verstärkte Förderung zur Schaffung von Wohnraum. "Klein-Wohnungen" hatten  Mindeststandards zu erfüllen:
Eine Kochstelle mit Herd
evtl. Strom und Wasseranschluß
nicht zwingend: Ein eigener Abort!


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18. Febr. 1949Das Wohnungsbau u. Siedlungsprogramm war der erste Schritt zur baulichen Veränderung unseres Ortes. Die Hürden, sprich Bauland, Baustoffe, Handwerker, finanzielle Mittel, waren sehr hoch.
Dennoch wurde es in von einigen Mutigen in Angriff genommen. Aber selbst das dauerte noch einige Jahre. Adolf Pisowotzki erhielt z.B. eine derartige Bescheinigung >lesen