Hausschlachtung

In diesen schlimmen Jahren war jeder Mensch auf ein halbwegs auskömmliches Überleben angewiesen. Das war bei den bekannten Restriktionen nicht immer leicht. Hunger war der gefürchtete Feind eines jeden.

Wer in dieser Zeit die Möglichkeit hatte, sich mit lebenden Viehzeug, sei es Hühner, Enten, Gänse, Karnickel, Schweine, Rinder zu versorgen und es auch zur Schlachtreife bringen konnte, hatte nahezu ausgesorgt. Nur bei Großvieh griffen erneut Maßnahmen und machten es Genehmigungspflichtig.

Hier einige Dokumente die dazu führten und wie es umgesetzt wurde.

8. Nov. 1946Der Kreis Northeim gibt ein Rundschreiben - einen sog. Hausschlachtungserlass - bekannt und kündigt dazu eine Arbeitstagung an. Leider sind die Einzelheiten dieses Erlasses nicht aufzufinden.
8. Nov. 1946Die gleiche Order ergeht an die Fleisch- u. Trichinenbeschauer.
23. Nov. 1946Die o.e. Arbeitstagung hatte stattgefunden. Nur die Gemeinde Denkershausen ist nicht erschienen.
Hier die Nachfrage und Stellungnahme dazu.
12. Juli 1947Wer keine Gelegenheit hatte ein z.B. Schwein anzufüttern, konnte es ggfs., sofern die finanziellen Mittel vorhanden waren, kaufen. Aber auch das bedingte eine Einkaufsgenehmigung.
22. Jan. 1948

Abschrift   Denkershausen den 22. 1. 1948

           Bescheinigung
Der Selbstversorger Gruppe A Martin Morath Wiebrechtahusen braucht keine Einkaufsgenehmigung für ein Schwein.
Er kann Ihnen eine Bescheinigung geben, daß er ein Ferkel von Ihnen gekauft hat. Welcher ..unleserlich
für Sie gilt. 
                            Otte

Der Zweck erschließt sich einem heute nicht. Vermutlich wollte aber Morath das damals gekaufte Ferkel jetzt als Schlachschwein verkaufen.

 

28. Febr. 1948Wer gehörte zum Kreis der möglichen Selbstversorger. Hier eine Bescheinigung.
9. Juni 1948Einkaufsgenehmigungen für Schlachttiere wurden per Sammelliste erfasst. D.h. damit wurde ein Überblick der zur Verfügung stehenden Schlachttiere geschaffen, nicht aber die Schlachtgenehmigung als solches.
Die war Teil eines gesonderten Antrages. Nächster Artikel.


Seite 1
Seite 2

 

Beispiel 2
Seite 1

Seite 2

5. Dez. 1948Antrag auf Erteilung einer Schlachtgenehmigung.

Wesentliches Merkmal war die Aufzählung der zu versorgenden Personen.

Im Beispiel 2 wurden auch die Angestellten und Arbeiter mit in die Versorgung einbezogen.

Am Ende mußte der Ernährungsausschuß alle Angaben per Unterschrift bestätigen.

Zu diesem Thema liegen sehr viele Anträge anderer Familien vor.
Wer sich dafür interessiert darf sich an die Dorfchronik wenden. Kopien können ausgehändigt werden.



 
17. Nov. 1948Einkaufsgenehmigung für ein Schwein!
31. Jan. 1949Unregelmäßigkeitenbei der Vergabe von Schlachtgenehmigungen wurden von der Prüfstelle erkannt und die Personen wurden sofort umgruppiert.
Sprich eine andere Versorgungsstufe.
Seite 1

Seite 2
9. April 1949Der Umgang mit Lebensmittelkarten, Beginn der Ausgabezeit und vieles mehr war ein Kapitel für sich. Ob das jeder verstanden hat ist ungewiss.
Hier noch einmal die vorgehensweise.

Alles klar?

Seite 1

Seite 2

29. April 1949

Ähnliches Thema wie oben, nur zum Einkauf von Schlachtschweinen und der Versorgung von Deputanten.

Aber es wurde schon etwas gelockerter gehandhabt.

 

Seite 1 Seite 2

5. Mai 1949

Da wurde die Verwaltung stutzig! Etwas schien im System nicht zu stimmen. Verlustmeldungen über den Schwund an Bevorratungen aus Hausschlachtungen nahmen zu.
Sei es durch Brand, Diebstahl, oder auch nur vorgetäuscht. Mangelnde Sicherheitsvorkehrungen etc.

Damit wurde an die gesetzl. Vorgaben erinnert und es mußte zwangsläufig immer die Polizei hinzu gezogen werden.

Einen Bericht darüber haben wir hier
(Letzter Absatz)

 

 

To top