Kleidersammlung 1945 und 1946

Dieser Artikel ist bemerkenswert, als eine alliierte Verordnung kompett dokumentiert und örtlich nachvollziehbar umgesetzt wurde.

Es geht um zwei Kleidersammlungen aus Juni und Oktober 1945. Hier wurde nicht etwa um freiwillige Spenden gebeten, nein, sie waren Zwangsverordnet und damit eine Pflichtabgabe.

Es wurde auch geregelt welche Personen davon befreit und welche in besonderem Maße (NS-Größen z.B.) herangezogen werden sollten. Hier hatten die Bürgermeister eine kleine Entscheidungsfreiheit.

Letztlich wurde auch soetwas wie eine Bezahlung angekündigt, aber daran durfte man vermutlich nicht glauben. Woher sollte das Geld auch kommen?

Das alles wurde sehr kurzfristig terminiert. Die Versorgung der Bevölkerung, gerade der Evakuierten, Ausgebombten und Flüchtlingen galt es unter die Arme zu greifen um Teile der Not zu lindern.

9. Juni 1945Man sollte sich den Text aufmerksam durch lesen.
11. Juni 1945Bereits zum 13. Juni - also binnen vier Tagen - sollte die Kleidersammlung abgeschlossen sein.

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13. Juni 1945Hier der Lieferzettel über abgelieferte Kleidungsstücke.

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Ohne Datum, aber in zeitlicher Reihe abgeheftet

Hier sollte eine genauere Betrachtung stattfinden.

1. Immer wenn ein Geber zur Kleidersammlung mehr als ein Teil abgab, wurde die anfängliche Gabe eines anderen herab gesetzt und umgekehrt.
Besonders glücklich ging dabei der Bürgermeister1 und sein Namensvetter1 aus. Ein gewisser Eigennutz ist also dokumentiert.
War es bereits Amtsmissbrauch oder Vorteilsnahme im Amt? Wir lassen es so stehen.
Siehe dazu auch die alliierte Anordnung

2. Befindet sich im Stempel immer noch das Signum des Dritten Reiches. Das Hakenkreuz ist zwar weg geschnitten. Der Rest aber immer noch gut erkennbar.
Siehe dazu den 23.Nov.1945

Die verwandtschaftliche Linie der Ottes geht um 1850 auseinander.
Man lebte in zwei Häusern die sich gegenüber stehen. Aber gefühlte familiäre Bindungen waren sicher vorhanden. Einer wurde Nationalsozialist, der andere blieb unbescholten und wurde erster Nachkriegsbürgermeister.


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Ohne Datum - wie oben -Hier eigene Aufzeichnungen über abgelieferte Kleidungsstücke um bei der evtl. angekündigten Bezahlung eine gewisse Übersicht zu haben. Wer lieferte was?

11. Okt. 1945Eine strenge und kurzfristige Aktion mit konkreter Bedarfsanforderung. 
12. Okt. 1945Wiebrechtshausen hatte die Aufgabe pflichtgemäß abgearbeitet.

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23. Okt. 1945Eine erneute konkrete Bedarfsanforderung
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Seite 3 - Ermittlungsschlüssel für Denkershausen.

Seite 4 - Der Bedarf in Zahlen.


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November 1946Federnsammlung!

Alle Halter von Federvieh wurden zur Abgabe verpflichtet.

Dafür gab es in Osterode/Harz einen Betrieb der die Federn aufbereiten konnte um anschließend Bettzeug daraus herzustellen.

Anmerkung: Die Firma Ballin war bis Anfang 2000 in Betrieb.