Beschaffung von Wohnraum bis 1945-1949

Der absoluten Not geschuldet kam es regierungsseitig zu unumgänglichen Zwangsmaßnahmen. Die Bereitsschaft der Bevölkerung hier unterstützend mit zu helfen war teils sehr hoch, aber auch von Fall zu Fall niederschmetternd.

Was und wie umgesetzt wurde kann hier nachgelesen werden:

Anmerkung: Wie steuerpolitisch gegen "unwillige Vermieter" vorgegangen wurde, beschreibt am Ende der Seite die "Wohnraumbesteuerung" Das war aber bereits im Jahr 1950.

8.April 1946Um die Umsetzung von Wohnraum zunächst für die Bediensteten des neuen Deutschlands sicher zu stellen, waren zwangsmaßnahmen nicht ausgeschlossen. Gesucht wurde gezielt für Lehrer, Post- u. Bahnbedienstete.

Anmerkung: Letzter Absatz ist gültig!

Bild 1

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Ohne Datum 1946Eine Beschlagnahme-Anordnung die an Eindeutigkeit nichts zu wünschen übrig läßt.
Selbst das Mobiliar der Wohnungsinhaber gehörte dazu.

Das führte später auch zu erheblichen Spannungen zwischen den Eigentümern und den Zwangszugewiesenen.

Bild 2 zeigt das Titelbild - s.o.

Bild 1

Bild2
 
Juni 1948Selbst zwei Jahre nach der o.e. ersten Verfügung wurden 1948 Kontrolleure eingesetzt, die die Umsetzung der Wohnungsfragen in den Haushalten zu hinterfragen hatten.

Diese Legitimation hatte schon fast Polizeicharakter, war aber der Situation geschuldet!




ohne DatumHier einige Listen (ohne Datierung). Es zeigt die beschlagnahmten Räume einzelner Häuser und wieviel Personen sie aufzunehmen hatten.




 

 Diese Liste belegt die zwangsweisen Einquartierungen in den einzelnen Häusern.
3. Dez. 1946Hier hat sich die Wohnungssuche in Denkershausen erübrigt und die Person hatte vermutlich besseres gefunden.
13. JUli 1948

Der Gemeindedirektor Louis Otte schreibt an das Kreiswohnungsamt des Kreises Northeim:

Betrifft: Verzeichnis der Wohnungssuchenden
In der Gemeinde Denkershausen hat sich bis heute
noch keiner gemeldet, der eine Wohnung sucht.
Es wurden wohl Leute umquartiert, um bessere Unterkunftsmöglichkeiten zu schaffen. Sollten von den Flüchtlingen welche heiraten, dann kann der Fall eintreten dass die Gemeinde eine Liste aufstellen muss.
(Fallmeldung)
                                    Der Gemeindedirektor
                                           gez. Louis Otte

Es hatte im Sommer `48 wohl den Anschein, als der Flüchtlingsstrom im Ort versiegte. Alle angekommen waren soweit notdürftig versorgt. Neuzugänge waren nicht zu verzeichnen, so daß von einer sog. "Fallmeldung" Abstand genommen werden konnte.
                                 



1947Wohnungsmieten!
Schon immer ein unbeliebtes Thema. Damals mehr denn je. Um Mietwucher vorzubeugen, mußten Mieten genehmigt werden und war sicher eine gute Einrichtung für den Mieter und schlecht für den Vermieter.

Hier ein Antrag mit einer detaillierten Fragestellung zur Wohnraum-Ausstattung.

Mit dieser Mietpreis-Festsetzung war dann alles geregelt und durfte nicht überschritten werden.
 

 
26. Sept. 1949Ein Flüchtlingsausschuß war eingerichtet.
Hier ein Protokoll aus dieser Sitzung.

 
ohne DatumAus einer anderen Sitzung (Datum nicht bekannt) Welche Wohnungsumbesetzung vorgenommen werden sollte.
In allen Fällen war es wohl eine jeweilige Verbesserung der Wohnungssituation für die Betroffenen.

 
ohne DarumLandwirt Heinrich Wehrmann hat seine damalige Wohnungssituation zu Papier gebracht. In dem Haus waren 13 Personen untergebracht. Siehe 

 

Diverser Schriftwechsel von Flüchtlingen an die Gemeinde. (Meist ohne Datum)


Es waren bedrückende Zustände und in denen mußte gelebt werden. Nicht einfach für die Betroffenen beider Seiten und es gab am Ende auch einen "Ausrutscher" der nicht kommentiert werden muss.

 

 

 

Wohnraumsteuer

Die Wohnraumbeschaffung war ein Problem, ein anderes eine adäquate Miete zu ermitteln. Das haben wir im vorangegangen Artikel gelesen. Nun ging der Staat daran diese vermieteten Räume zusätzlich zu besteuern. Sollte es eine Korrektur zur Einkommenssteuer werden? Wohl eher nicht, sondern mehr der Verpflichtung "überzähligen" Wohnraum für Flüchtlinge zu erhalten, sonst drohte die Besteuerung.

Erkennen kann man im Berechnungsmodus, jeder Bewohner eines Hauses bekam eine Freifläche von 12 qm. Darüber hinaus schießende Wohnflächen unterlagen der Wohnraumsteuer.

Hier ein paar Beispiele aus Wohnraumsteuerklärungen:  

Ob sie am Ende wirklich etwas bewirkt haben ist offen. Vermutlich eher nicht. Das Steueraufkommen wird vermutlich als gering eingeordnet werden können.

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