Ortsbauernführer

Ein Ortsbauernführer musste a) Mitglied der NDSAP und b) Landwirt sein.
  Friedrich Bode * 11. Dez. 1883 - Bauer - hier aus dem Ort  war diese Persönlichkeit. War er doch schon frühzeitig (1932) der Partei beigetreten und mit der Machtübernahme 1933 gleich zum Ortsbauernführer avanciert. Diese Funktion hatte er bis zum Zusammenbruch inne.

  Man kann an dieser Stelle dagegen halten, den ideologischen Gedanken des NS-Reiches wird er wohl überzeugt gegenüber gestanden haben. Allerdings hat er dabei nie die Menschlichkeit vermissen lassen.
Das geht aus einigen noch vorzustellenden Dokumenten hervor.

Inwieweit er später ein Entnazifizierungsverfahren durchlaufen hat, kann heute noch nicht gesagt werden. Eine Recherche dazu hat noch nicht statt gefunden.
Das er aber am Anfang des Zusammenbruches als Funktionsträger des Ortsgruppenleiters herhalten mußte ist bekannt. Der Hauptverantwortliche selbst hat sich leider in Sache, weder sofort, noch später dazu bekannt wie an anderer Stelle nachzulesen ist.


 Seine Inhaftierung begann am 26. Mai 1945 als Ortsgruppenleiter, zu der er nur gekommen war, als der eigentliche Ortsgruppenleiter August Otte im Herbst 1944 zur Wehrmacht eingezogen wurde. Eine offizielle Bestätigung oder Ernennung gibt es darüber nicht. Siehe Dokument:

 

 Offen bleibt die Frage, warum hat sich Friedrich Bode kurz vor dem Zusammenbruch eine Art "Behelfsausweis" zugelegt?
 

Es zeigt einen Zivilisten!

Seine Odyssee in den ersten Nachkriegsmonaten endet mit einem D2-Schein (Entlassungsschein aus der Gefangenschaft) , den alle Gefangenen der Alliierten erhielten, am 23. July 1945 und galt damit als "unbelastet".

Gegen die Ehefrau Anna Bode * 23.2.1894 erging bereits seitens der Militärregierung am 16. Mai 1945 die Auflage zur Residenzpflicht. Zu diesem Zeitpunkt liefen vermutlich bereits die Erhebungen gegen Friedrich Bode.

An dieser Stelle ist die Erwähnung seiner Tochter Marlies Bode * 11.3.1923, verh. Bröser unbedingt lesenswert.

In den siebziger Jahren veröffentlichte sie in ihrer dortigen örtlichen Presse, im hessischen, einen Artikel über die Zeit vom April bis August 1945. Uns ist die Zeitung selbst leider nicht bekannt.      

Es handelt sich um einen Zeitzeugenbericht, der von der Schwester auch heute noch inhaltlich voll bestätigt wird.

Damit aber nicht genug, Marlies Bröser fasste noch einen eigenen, umfassenderen Bericht ihrer Erlebnisse aus dieser Zeit ab und der erschien als gebundene Mappe. Ein Exemplar davon befindet sich heute im Northeimer Stadtarchiv.
Die nachfolgenden 29 Seiten sind sicher ein anschauliches und authentisches Zeugnis der Ereignisse vor und in Denkershausen in der Zeit des Umbruches. >zu Marlies Bröser