22. Febr. 1852 - Kirchenumbau

Unser Kirchlein soll einer Renovierung unterzogen werden. Ein paar Umbauten ebenfalls. Das alles kostet Geld und so erteilt ein uns unbekannter Handwerker oder gar Architekt dem Kirchenvorstand folgenden Kostenvoranschlag, incl. angefertigter Bauzeichnung.

Frage: Wo könnte sich die Bauzeichnung heute befinden?


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An
den löblichen Kirchenvorstand
                           von
                               Denkershausen
 
   Nachdem ich nun jetzt die Zeichnung
mit dem Kostenanschlage zur neuen
innern Einrichtung mit Verlänge-
rung der Kirche zu Denkershausen,
in verabredeter Weise vollendet;
so verfehle ich nicht, den Anschlag
dazu ad 701 Rthlr 20 g 3 pf mit der
Zeichnung hierbei zu weiterer Beschlie-
ßung zu übersenden. Es ist außer der 
Vergrößerung zur Gewinnung
mehrerer Sitzplätze, zugleich auch dar-
auf Bedacht genommen, daß der in-
nere mit dem äußeren Terrain
unten wagerecht, beim Chor gegen diesen 
vertieften liegenden Fußboden
um 12 Zoll erhöhet, dabei alsdann
dem ungünstig an der langen Sei-
te befindliche Eingang, zweckmäßig
in den Giebelverlegt wird und 
 
daß
  

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daß möglichst die Priechen(1) wegen 
des sehr beschränkten schmalen und
niedern Raums (?zu vermeiden?) sind.
   Sollten die hierauf berechneten
Kosten zu hoch erscheinen, dann
dürfte ein Gypsestrich unter den
Bänken ausreichen, auch der Oelan-
strich vorerst unterbleiben, wo-
durch sodann pptr. 70 Rthlr weniger
zur Verwendung kommen werden.
   Indem ich diese meine Diäten-und 
Kostenrechnung beifüge, ersuche ich 
um deren gefällige Zahlungsan-
weisung.
                            gehorsamst
Northeim,
d 22. Februar
1853
                            (Unterschrift)
  
  

 (1) Mit dem Ausdruck Prieche (ursprünglich gleichbedeutend mit Empore) wird in Norddeutschland der vom allgemeinen Kirchengestühl abgesonderte Sitzplatz der höheren Stände einer Kirchengemeinde bezeichnet.