Fischereimeister Carl Sander und Sohn

Fischmeister Karl Sander wurde im Jahr 1929 Nachpächter eines gewissen Allnoch, mit dem lag die Gemeinde im Klageverfahren. Hintergründe unbekannt.

Er wurde Mitglied des Gemeindeausschusses und erscheint in den Gemeinderatsprotokollen von 1928 bis 1931, 1935-36 mehrfach.
Der obige Pachtvertrag war auch Gegenstand im Gemeindeausschuss vom 6.6.1929 - siehe Protokollbuch DSCN0115 - oder hier

Karl Sander  jun. wurde zur Wehrmacht eingezogen - Wann? - und gilt zum Kriegsende als gefallen. Vermutlich Herbst 1941

Karl Sander sen. konnte vermutlich die Fischerei aus unbekannten Gründen allein nicht aufrecht erhalten und damit kam Otto Kölle im November 1941 ins Gespräch.
Ob, wie und wann dann daraus ein Pachtverhältnis entstand, ist nach fehlenden Unterlagen nicht zu eruieren.
Es muss sich aber durch Carl Sander etwas bei Gericht befunden haben. Siehe unten 12. Aug. 1945.

Siehe Vorgang Kölle.

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Abschrift

Fischereipacht-Vertrag

Zwischen dem Vorstand der Gemeinde Denkershausen und dem FischmeisterKarl Sander und Sohn Karl Sander
in Denkershausen als Pächter ist heute folgender
Fischereipachtvertrag abgeschlossen worden

                      § 1
Der Gemeindevorsteher verpachtet im Beisein des Gemeinschausschusses dem Fischmeister Karl Sander und Sohn Karl in Denkershausen die Fischereinutzung in dem der Gemeinde Denkershausen gehörende Denkershäuser Teich zu dem jährlichen Pachtzins von Einhundert Mark.

                       §2
Die Größe der zu befischende Fläche beträgt ca. 12 Ha.

                      §3
Für die Fischereigestaltung und die Fischereinutzung
sind die aufgestellten Bedingungen, die dem gegen-wärtigen Vertrag anzufügen und sind hiermit ausdrücklich anerannt worden maßgebend und bindend.
Für die Erfüllung dieses Vertrages seitens der Pächter haftet als Bürge:
Kaufmann Franz Peters in Einbeck
Die selbstschuldnerische Bürgschaft wird durch
Unterschrift hiermit ausdrücklich anerkannt. Alle
Zahlungen sind an die Kasse der Gemeinde
Denkershausen zu leisten.

Der Bürgermeister    Die Pächter        Der Bürge
gez. W. Lüdecke       gez. Carl Sander
  "    Aug. Ebbecke      "    Karl Sander junior
  "    Fr. Bode.

 

   




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Bedingungen
unter welchen die Fischerei im Denkershäser
Teiche angewendet werden soll.

                          §1
Die Verpachtung geschieht auf die Dauer von
12 Jahren, beginnend am 1. Mai 1929 und endet am 30. April 1941. Der Gemeindevorstand behält sich das Recht vor, drei Monate vor Ablauf des 6ten Pachtjahres zu Kündigen.

                         §2
Der Pächter hat das Pachtgeld vierteljährlich vier Wochen vor Beginn des Vierteljahres an die Gemeindekasse in Denkershausen zu zahlen.
Ein Anspruch auf Rückerstattung von bereits eingezahltem Pachtgelde im Falle das Pachtverhältnis sich ändert im Laufe eines Virteljahres, besteht nicht.  

                        §3
Für die Größe der Fischerei, sowie für deren Ertrag wird keine Gewähr geleistet. Ein Nachlaß an dem Pachtgelde findet unter keinen Umständen statt, selbst dann nicht, wenn durch die bevorstehende Senkung des Teichspiegels die Fischerei beeinträchtigt werden sollte.
                  
                        §4
Weiterverpachtungen und Übertragung des Fischereirechts sind nur mit Zustimmung des Verpächters zulässig.      

                        §5
Der Gemeindevorstand ist berechtigt, das Pachtverhältnis sofort zu lösen, wenn der Pächter länger als 14 Tage nach dem Fälligkeitstermin mit der Zahlung des Pachtgeldes im Rückstande bleibt. Wird das Pachtverhältnis durch den Verpächter wegen vertragswidrigem Verhalten des Pächters vorzeitig aufgelöst, und bringt die Fischerei bei einer demnächst erfolgenden Neuverpachtung ein geringeres Pachtgeld, so ist der bisherige Pächter für die Dauer seines Vertrages zur Zahlung der Differenz verpflichtet.

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                       §6
Die Rohr- und Schilfnutzung ist in das Pachtverhältnis einbegriffen. Sollte sich jedoch bei der Senkung des Teichspiegels Neuland oder Neuwiesen bilden, so behält sich die Gemeinde das Verfügungsrecht über dieses vor.

                        §7
Das Baden im Teich ist jedermann aus Denkershausen unentgeltlich zu gestatten. Der Bürgermeister lehnt jedoch jede Verantwortung ab.

                        §8
Vorpächter leistet keine Entschädigung für Ersatzfische und junge Brut. Pächter ist jedoch verpflichtet für Einsatz zu sorgen, auch im letzten Pachtjahr, dieses im Beisein des Gemeindevorstandes.

                       §9
Pächter erklärt sich bereit, dem Jagdpächter jederzeit das Wasser zum Abholen der Jungbrut befahren zu lassen.

                      §10
Das Schutzgitter am Ausfluß ist stets rein zu halten, und ist Pächter bereits, Mitglieder des Gemeindevorstandes bzw. Auschusses zur Revision dorthin zu fahren.

                      §11
Pächter tritt vom Vertrag zurück, im Falle das die Klage mit Allnoch zu Ungunsten der Gemeinde ausfallen sollte.

Der Verpächter       Die Pächter   Der Bürge
gez. W. Lüdecke     gez. Carl Sander

  "    Aug. Ebbecke   "     Karl Sander junior

  "    Fr. Bode

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17. Okt. 1946
Nutzungsanfrage des Landkreises Northeim

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12. Aug. 1945
Das Amtsgericht möchte ein ruhend gesetztes Verfahren zum Abschluß bringen.
Vermutlich wurde es von Carl Sander 1944 angestrengt, nachdem Otto Kölle 1941 die Fischerei übernommen hatte.

 


Seltene Pflanzen
bei uns am Teich

Ich bin ungepflegt!

Meine Verlandung schreitet immer schneller voran, aber keiner hilft mir!